Wildblumenfeld als Rückzugsgebiet für Tiere
Autor: Traudl Baumeister
Theilheim, Donnerstag, 25. August 2016
Im etwa 850 Hektar großen Gebiet der Jagdgenossenschaft Theilheim verschwinden Feldhase, Rebhuhn oder Fasan immer mehr. Ein Wildblumenfeld soll als Rückzugsgebiet dienen.
Nicht nur Erholung suchende Menschen haben Ansprüche an Natur und Umwelt. Auch die Tierwelt braucht Rückzugsräume. Das wissen vor allem die Mitglieder von Jagdgenossenschaften. Schließlich müssen sie für die bestandsgerechte Jagd das Wild in ihrem Jagdgebiet gut kennen und die Entwicklung der einzelnen Arten genau beobachten.
Im etwa 850 Hektar großen Gebiet der Jagdgenossenschaft Theilheim verschwinden Feldhase, Rebhuhn oder Fasan immer mehr. „Gerade mal einen Hasen haben wir in der letzten Saison geschossen“, berichtet Jagdpächter Burkhard Kneitz. „Rebhühner bejagen wir wegen des niedrigen Besatzes bei uns schon gar nicht mehr, auch wenn wir es theoretisch dürften.“
1#googleAds#100x100Kalte Böden
Warum genau sich das Niederwild in Theilheim, Westheim und der ganzen Region so schwertut, da rätseln laut Wallrapp selbst die Fachleute. Ein Grund, vermutet Kneitz, könnten die Böden sein, die dort oben dichter, schwerer und damit im Frühjahr kälter sind als die sandigeren Böden Richtung Lengfeld und Kürnach.
„Daher sind wir der Gemeinde Theilheim dankbar, dass sie uns jetzt ein 3000 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung gestellt hat“, fügt Jagdvorsteher Andreas Wallrapp an. Auch von Seiten der Landwirtschaft werde man unterstützt, berichtet Wallrapp. Mit Hilfe des Landwirts Josef Beck haben die Jäger das betreffende Feld in diesem Jahr erstmals mit einer Wildblumenmischung eingesät, die dank der Wetterbedingungen sehr gut angewachsen ist.
Grünes Versteck
Das dicht bewachsene Grundstück soll Hasen, Fasanen und Rebhühner als Rückzugsgebiet dienen. Aber auch Fuchs, Dachs und Rehwild nutzen das üppige Grün, um sich darin zu verstecken und auszuruhen. Zudem summt und brummt es heftig in dem bunten Blütenteppich, aus dem die gelben Sonnenblumen hoch heraus ragen.
Schmetterlinge, Bienen, Hummel und andere Insekten fühlen sich ebenfalls sichtlich wohl in dem wildtierfreundlichen Biotop. Ein reichlich gedeckter Tisch für zahlreiche heimische Sing- und Wildvögel.
Wer sich genau alles in dem Biotop verbirgt, das wissen die Jäger freilich nicht. „Wir gehen ja ganz bewusst nicht rein“, so Kneitz. Denn nur so könne es den vollen Nutzen entfalten. Die ausgesäten Sorten, erläutert er, sind mehrjährig und bieten so auch im Winter Deckung und Äsung (Nahrung) für die Wildtiere.