Corona verhinderte im vergangenen Jahr eine Bürgerversammlung und ob sie in diesem Jahr möglich wird, das steht noch in den Sternen. Der Wiesenbronner Gemeinderat einigte sich in der Sitzung am Dienstagabend in der Sporthalle auf die Option, diese Versammlung im November anzupeilen. Wie sehr Corona unser Leben noch im Griff hat, zeigte sich zu Beginn der Sitzung, als ab 19 Uhr die Möglichkeit bestand, sich kostenlos einem Covid-19-Test durch die BRK-Truppe zu unterziehen, um dann mit einem negativen Testergebnis an der Ratssitzung teilnehmen zu können, was für alle Teilnehmer zutraf. Nach dem Test und bei entsprechendem Abstand konnten die Masken abgenommen werden, "dazu wäre noch eine klare Aussage der Staatsregierung wünschenswert", äußerte Bürgermeister Volkhard Warmdt.

Teils virtuelle Versammlung?

Bei der Diskussion zur Bürgerversammlung ging es auch um einen eventuellen Termin im August oder September im Freien, der aber wegen einer möglichen Schlechtwetterlage nicht in Frage kommen könnte und so gut wie keine Befürwortung fand. Hendrik Wenigerkind schlug vor, die Terminvorgabe vom Impffortschritt im Juli abhängig zu machen, Reinhard Fröhlich konnte sich für eine Versammlung zu Jahresbeginn 2022 erwärmen und Carolin Wegmann sprach sich für die Entscheidung im Juli/August aus.

Jan von Wietersheim schlug eine Hybrid-Versammlung mit Teilnehmern in der Sporthalle und zu Hause am Bildschirm vor. Er verwies auf Treffen der BRK- und Feuerwehrkreisführung, wo dieses System angewandt worden sei. Die Fragen aus dem Netz müssten dann in der Versammlung vorgelesen werden. Grundsätzlich sei aber eine Bürgerversammlung und die Information wichtig: "Die Leute vermissen die". Katrin Stenger schlug vor, die Fragen anzumelden. Bürgermeister Volkhard Warmdt und Frank Ackermann tendierten zur Bürgerversammlung im November, die nach Ackermanns Meinung "gut für die Zuordnung" wäre. Dieser Vorschlag fand die Unterstützung der gesamten Ratsrunde.

Diskutiert wurde über Gemeinderatssitzungen als Hybridveranstaltung, bei der Sitzungsleiter und Protokollführer im Saal sind, ein Teil des Rates zu Hause sitzt und Zuschauer zugelassen sind. Dafür ist die Zustimmung von zwei Drittel des Rates oder eine Satzungsänderung notwendig. "Da bin ich kein Freund davon", war die klare Aussage von Bürgermeister Warmdt, der darauf aufmerksam machte, dass die Staatsregierung eine solche Regelung auch nach Corona wolle. Bis auf eine Ja-Stimme wurde eine Hybridratssitzung abgelehnt.

Ahornbäume nicht fällen

Der Bürgermeister erinnerte an den 12. Mai 2020, als das neue Ratsgremium vereidigt wurde und danach sein Wunsch, "dass im Rat mehr gelacht als gestritten wird", Wirklichkeit geworden sei, "und es gab auch Lob durch die Einwohnerschaft". Noch nicht ganz ausgereift seien die digitalen Abläufe in der VG, aber es gebe eine gute Zusammenarbeit und es habe Spaß gemacht. Angetan zeigte sich Wiesenbronns Gemeindeoberhaupt davon, "wie ich aufgenommen wurde".

Dem Rat lag der Antrag auf Entfernung aller Bäume auf dem Spielplatz in der Körnerstraße vor. Im Antrag standen die Hinweise auf die Gefahr, dass die Bäume bei Sturm auf das benachbarte Haus fallen könnten, auf viel Laub und Früchte und auf die Beschattung des Hauses. Bürgermeister Warmdt hatte in dieser Sache Kontakt mit einem Baumgutachter aufgenommen und die Antwort erhalten, dass es keine rechtliche Verpflichtung gebe, die Bäume zu fällen. Der Gutachter empfahl, die Kronen der beiden Ahornbäume zurück zu nehmen, wozu der Bürgermeister Angebote einholen wird. Die Kronenreduzierung wurde einstimmig befürwortet, das Fällen der Bäume ebenso einhellig abgelehnt.