Die Bewässerung von Weinbergen war Thema in der Sitzung des Sulzfelder Gemeinderats. "Die Realisierung eines Konzeptes zur Weinbergsbewässerung wäre eine gute Investition für die Gemeinde Sulzfeld und seine Winzer", erklärte Julia Schrade vom Büro Baurconsult bei der Vorstellung des Konzeptes in der Ratssitzung. Denn beim Status Quo müssten die Winzer mittelfristig mit Ernteeinbußen von zehn bis 30 Prozent rechnen und in Zukunft würden eventuell manche Flächen nicht mehr bewirtschaftet. Zusammen mit Wolfgang Patzwahl vom Büro für Technik und Management im Wein- und Gartenbau zeigte sie in einer Machbarkeitsstudie die Erhebungen und Lösungsansätze auf. "Wir brauchen belastbare Zahlen, um mit den Winzern reden zu können", betonte Bürgermeister Matthias Dusel.

Die Experten von Baurconsult erläuterten den Stand des Konzeptes und betrachteten eine Gesamtweinbergsfläche von 142 Hektar. Die Gemeinde könne sich in der erfreulichen Lage sehen, durch Uferfiltrat des Mains viel Grundwasser zur Verfügung zu haben. Das ist der so genannte Mainbegleitstrom, der in Ufernähe versickert. Weinfachberater Wolfgang Patzwahl schilderte sieben Varianten zur Brauchwasserentnahme und bewertete die einzelnen Varianten.

Bau eines Speichersees?

"Wenn wir in die Zukunft schauen, haben wir einen Gesamtjahresbedarf von 115 000 Kubikmeter Wasser", skizzierte Patzwahl die Ausgangssituation. Julia Schrade offenbarte die Vorzüge und Nachteile der Entnahme von Mainwasser mit einer garantierten Wasserverfügbarkeit in den Wintermonaten. Diese Variante bedarf aber des Baus eines Speichersees.

Ein Speichersee wäre nicht notwendig bei der Nutzung von Uferfiltrat. Nachhaltig und ressourceneffizient erscheine die Variante mit Oberflächenabflüssen mitsamt Regenrückhaltebecken. Der Nachteil dabei: Mit einem Regenrückhaltebecken ist die Bewässerung nicht dauerhaft möglich.

75 Prozent Förderung von staatlicher Seite

Die Schätzung der beiden Berater Schrade und Patzwahl addiert sich auf Gesamtplanungskosten von 113 000 Euro. Diese Kosten werden mit 75 Prozent von staatlicher Seite gefördert. Bis Mai oder Juni werden die Fachleute mit der Auswertung der Untersuchungen brauchen und bis zum Herbst soll das Weinbergsbewässerungskonzept fertig gestellt sein.

"Wir sehen in der Gewinnung von Uferfiltrat die geringsten Investitionskosten und darauf folgende Betriebskosten." So lautete das temporäre Fazit von Julia Schrade von Baurconsult. Bis zum Sommer sollen die Experten ihre konkreten Ergebnisse und Zahlen vorlegen und dem Gemeinderat eine belastbare Entscheidungshilfe liefern.

Weitere Themen: Parkkonzept und 3000 FFP-Schutzmasken

Zum Thema Parkkonzept informierte der Bürgermeister, dass er einen Ortsrundgang mit der Angestellten der Parkraumkontrolle unternommen habe. "Noch interessanter sind die Ergebnisse der Bürgerbefragung", meinte das Ortsoberhaupt. Dabei sei den Bewohnern im Altort das hausnahe Parken ebenso wichtig gewesen, wie das Verbot von externen Verkehrsteilnehmern ohne Parkberechtigung. "Ich werde jetzt die Feuerwehrbefragung abwarten und dann Mitte des Jahres eine Diskussionsveranstaltung für alle Bürger abhalten", erklärte Matthias Dusel.

Das Gremium lag ein Zuschussantrag des Turn- und Sportvereins für Sanierungsarbeiten am Sportheim vor. Die Ratsrunde bewilligte den Zuschuss von 5003 Euro.

Das Mulchgerät des Bauhofs hatte im vergangenen Jahr einen enormen Schaden, deswegen war eine Ersatzbeschaffung für 12 000 Euro notwendig.

Am Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr entstand an einer Pumpe ein Totalschaden, die neue Pumpe kostete 10 000 Euro.

Die Gemeinde hat insgesamt 3000 FFP-Schutzmasken angeschafft. Die Gemeinde verkauft drei Masken zum Preis von vier Euro.