"Heute weihen wir unser neues Fahrzeug, ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 10, ein. Damit erhöhen wir grundlegend die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger", sagte freudestrahlend der Kommandant der Feuerwehr Matthias Hofmann. Pfarrer Otto Gölkel überreichte der Wehr bei der Weihe eine Feuerwehrbibel und segnete zusammen mit dem Gottesdienstleiter Andreas Barber das neue Löschfahrzeug. Es ist 34 Jahre her, dass in Albertshofen die letzte Weihe eines Großfahrzeuges war. Damals ersetzte man ein betagtes, gebraucht erworbenes LF 16 durch ein neues LF 8 von der Firma Ziegler.

Das nun gesegnete Fahrzeug basiert auf einem MAN- Fahrgestell mit Allradantrieb und mit Magirus- Aufbau, es hat 290 PS und Automatikgetriebe.  Weiter verfügt es über einen 1600 Liter Löschwassertank, 30 Meter C-Schnellangriff Faltschlauch, Wärmebildkamera, eine moderne und leistungsfähige Ausrüstung für technische Hilfeleistung, einen pneumatischen Hebesatz, einen automatischen Lichtmast und eine Notfalltasche für Atemschutzgeräteträger.

Bereits vor einigen Jahren war erkennbar, dass das LF 8 mit seinen 30 Jahren ausgetauscht werden müsse. Es gab eine immer höher werdende Reparaturanfälligkeit. Nicht zuletzt nagte auch an der feuertechnischen Beladung der Zahn der Zeit. Durch Anschaffung eines kleinen Hochdrucklöschgeräts gelang es, eine gewisse Schnellangriffsfähigkeit herzustellen- aber mit 120 Litern Wasser war auch nicht viel gewonnen. Für den Übungsbetrieb war er gut geeignet, aber an einem modernen Unfallfahrzeug schnell überfordert. 

Man begann nun den Gebrauchtfahrzeugmarkt zu erforschen, besichtigte Neuanschaffungen verschiedener Wehren und verglich Erkenntnisse mit den Aufgaben der örtlichen Situation. 2018 wandte sich die Feuerwehr an den Gemeinderat, die Ausschreibung ging im Mai 2019 heraus, und im Mai 2020 legte man mit einer kleinen Abordnung in Ulm die endgültige Konfiguration des Fahrzeugs fest.

Corona führte dazu, dass man zwei Monate länger warten musste.  Im Mai 2021 konnte man das neue Feuerwehrlöschfahrzeug in Ulm abholen . "Nach einer intensiven Einweisungsphase mit Lernvideos vorab und Schulungen am Fahrzeug gingen wir am 1. Juli 2021 in den Einsatzdienst", erklärte der Kommandant. In Zukunft wird das HLF 10 das Erstangriffsfahrzeug sein, das LF 8 bekommt eine Zusatzbeladung für Unwettereinsätze, wird das Zugfahrzeug für die Anhängeleiter, und das MZF wird das Vorausfahrzeug für den Einsatzleiter, um einen Zeitvorteil für die Erkundung der Einsatzstelle zu erhalten.

Matthias Hofmann dankte dem Bürgermeister Horst Reuther und seinem Gemeinderat für die Zustimmung zur Beschaffung dieses Fahrzeugs und der Landkreisführung für die allzeit gute Zusammenarbeit.

Natürlich gibt es so eine Investition nicht zum Nulltarif, so Bürgermeister Horst Reuther, der bei fast allen Besprechungen dabei war: "Es gab zu keiner Zeit seitens der Wehr Sonderwünsche – im Gegenteil, es wurde gespart, wo es nur möglich war. Bei Gesamtkosten von 340 000 Euro und einer Förderung von rund 87 000 Euro muss die Gemeinde einen Eigenanteil von 253 000 Euro übernehmen. Aufgrund der relativ langen Zeit von der Beschlussfassung bis zur Inbetriebnahme konnte man die Finanzierung auf verschiedene Jahre im Haushalt verteilen.

Kreisbrandinspektor Patrick Stein von der Landkreis-Feuerwehr Kitzingen überbrachte seine Glückwünsche und einen finanziellen Zuschuss vom Kreisfeuerwehrverband für das neue Löschfahrzeug. Mit einem Standkonzert umrahmte der Spielmannszug der Feuerwehr die Weihe des Fahrzeugs.