Wallrapp im Kreistag fraktionslos
Autor: Frank Weichhan
Kitzingen, Mittwoch, 11. Oktober 2017
Die Wirren um Jutta Wallrapp haben ein spätes Echo. Die einstige FW-FBW-Spitze hat nach Durcheinander im Kitzinger Stadtrat auch im Kreistag für Unruhe gesorgt.
Kreisrätin Jutta Wallrapp gehört im Kreistag nicht mehr der Freien Bürgerlichen Wahlgemeinschaft (FW-FBW) an. Sie bleibt allerdings weiterhin Kreisrätin – auf eigene Rechnung sozusagen.
In der jüngsten Kreistagssitzung war die Causa Wallrapp zwar schnell erledigt. Dafür hatte es im Vorfeld um so mehr Aufregung gegeben. Zuletzt hatte Wallrapp im Kitzinger Stadtrat für Unruhe gesorgt, als sie – ähnlich wie jetzt im Kreistag – Ursache erheblicher Wirren war. Deren Anfang nach internen Querelen der FW-FBW-Fraktion war Wallrapps Rauswurf Ende März.
Dagegen wehrte sich die einstige Spitzenfrau der Freien Wähler, auch mit juristischen Mitteln. Allerdings hielt Wallrapps Kampf gegen die verbleibenden Restkollegen im Stadtrat nicht lange. Die streitbare Rätin zog die Reißleine und verließ die Fraktion zum 1. Mai. Als fraktionsloses Mitglied blieb sie dem Stadtrat erhalten. Nachdem ihr Versuch scheiterte, mit der KIK-Fraktion eine Ausschuss-Gemeinschaft einzugehen, schloss sich Wallrapp Ende Mai der Gruppierung um KIK-Spitze Klaus Christof als Mitglied an.
Allerdings bremste die Rechtsaufsicht die Rätin beim Fraktionswechsel aus: Der sei kein echter Übertritt. Wallrapp habe nur ihre Ausschussposten bei den Freien Wählern erhalten und mit zur KIK nehmen wollen. Die Folge war ein Losverfahren im Stadtrat, das die Ausschuss- und Referentenfrage nach Wallrapps Wechsel Ende Juni neu regelte. Mit viel (Los-)Glück für die neue KIK-Rätin: Wallrapp kassierte drei Aussschuss-Sitze, einen Aufsichtsratsposten und behielt ihr Amt als Fremdenverkehrsreferentin.
Parallel ging es auch auf Kreisebene mit dem Hin und Her weiter: Zunächst zog die Kitzingerin einen Schlussstrich unter ihre Freie-Wähler-Zeit. Das war Ende Juni. Damals erhielt Fraktionsvorsitzender Karl-Dieter Fuchs eine Mail, in der Wallrapp erklärte, kein Mitglied der Gruppierung mehr zu sein.
Ende September versuchte Wallrapp dann die Rolle rückwärts: Wiederum per Mail schrieb sie, dass sie Kreisrätin und Mitglied der FW-FBW-Fraktion bleiben wolle. Nach internen Beratungen entschied die verbliebene dreiköpfige Freie Bürgerliche Wahlgemeinschaft, dass es kein Zurück gibt und man an dem von Wallrapp selbst gewählten Austritt festhalten werde.
Genau so passierte es nun in der Kreistagssitzung. Die Räte wurden von dem Austritt offiziell informiert. Sie ist damit fraktionslos. Von Wallrapp gab es keine Reaktion – sie folgte dem Geschehen eher seltsam teilnahmslos.