Von Jesus, Prinz Charles und fehlendem Hirn: Aufstieg und Fall des Josef Müller
Autor: Frank Weichhan
Kitzingen, Donnerstag, 04. Dezember 2014
Ein Leben zwischen Luxusautos, Champagner, Kokain und wilden Partynächten: Der Steuerberater Josef Müller beherrschte scheinbar die Kunst der Geldvermehrung. Bei seinen riskanten Finanzgeschäften ging es darum, nicht von der Steuerbehörde oder der Polizei erwischt zu werden. Am Ende wanderte er ins Gefängnis, wo sein Leben eine Wendung nahm. Mit seinem Buch „Ziemlich bester Schurke – wie ich immer reicher wurde“ kommt ein Geläuterter an diesem Freitag zur Lesung nach Kitzingen.
Ein Leben zwischen Luxusautos, Champagner, Kokain und wilden Partynächten: Der Steuerberater Josef Müller beherrschte scheinbar die Kunst der Geldvermehrung. Bei seinen riskanten Finanzgeschäften ging es darum, nicht von der Steuerbehörde oder der Polizei erwischt zu werden. Am Ende wanderte er ins Gefängnis, wo sein Leben eine Wendung nahm. Mit seinem Buch „Ziemlich bester Schurke – wie ich immer reicher wurde“ kommt ein Geläuterter an diesem Freitag zur Lesung nach Kitzingen.
Josef Müller: Aus heutiger Sicht: Ja, natürlich! Ich dachte immer, dass Reichtum, Geld und Ehre das Wichtigste im Leben wären. Dass der Zweck alle Mittel heiligt. Erst als ich im Gefängnis landete und über mein Leben nachdachte, gingen mir die Augen auf, dass Zufriedenheit und eine Beziehung zu Gott das Wichtigste im Leben sind.
Wie sah dieses frühere Leben aus?Müller: Ich war Steuerberater, Konsul und Botschafter, hatte eine Menge Geld und besaß über zehn Autos, Yachten, Häuser und mehr. Einen schwarzen Rolls Royce mit einem weißen Fahrer und einen weißen Rolls Royce mit einem schwarzen Fahrer. Ich lebte unter den Schönen und Reichen in Dubai, Los Angeles, Miami und Monte Carlo.
Müller: Es gibt den Spruch 'Gier frisst Hirn'. Wenn man etwas erreicht hat, ist man nicht zufrieden, sondern schaut auf Andere, die noch mehr haben – und das will man dann auch. Ich wollte immer mehr, mehr, mehr – und wurde straffällig.
Müller: Etwa 20 Jahre.
Was war das für eine Nummer mit dem Konsul?Müller: Ich war oft in Panama mit Mandanten, habe dort Firmen und Banken gegründet und lernte den Botschafter in Deutschland kennen. Dieser ernannte mich zum Honorarkonsul von Panama für den Regierungsbezirk Bayern. Das verschaffte mir nun auch den Durchbruch, was das Ansehen und die Ehre betraf. Ich kam immer weiter hinauf und lernte Schauspieler, Prominente und Staatsmänner kennen – bis hin zu Prinz Charles, der mich jährlich auf sein Landgut Highgrove zwischen London und Bristol einlud.
Wie reich waren Sie zur besten Zeit?Müller: Ich hatte 40 Millionen US-Dollar auf dem Girokonto einer Münchner Bank.