Von der Prinzessin zur Chefin
Autor: Frank Weichhan
Kitzingen, Donnerstag, 18. August 2016
Seit 1. April ist Julia Then Leiterin der Kitzinger Tourist-Info als Nachfolgerin von Walter Vierrether. Was die 33-Jährige verändern will erzählt sie im Interview.
Seit 1. April ist Julia Then Leiterin der Kitzinger Tourist-Info als Nachfolgerin von Walter Vierrether. Was die 33-Jährige verändern will, was bei den Touristen angesagt ist und wo sie selber Urlaub macht, erzählt sie im Interview.
Julia Then: Von der täglichen Arbeit her war die Umstellung nicht allzu groß. Schon als Stellvertreterin habe ich viel im Hintergrund organisiert und erledigt. Was neu für mich ist: plötzlich trage ich die Verantwortung für meine Kollegen. Und für das Budget, also für die Ausgaben der Stadt, was den Tourismus angeht.
Ein Wort zu den Fußspuren Ihres Vorgängers Walter Vierrether . . .Then: Den Walter kann man nicht ersetzen, er ist einmalig! Walter präsentiert auch zukünftig Kitzingen als Hofrat. Mir ist klar, dass man das, was Walter in 27 Jahren Tourismusarbeit erschaffen hat, erst einmal auf dem Niveau erhalten muss und dann weiter darauf aufbauen kann. Es gibt noch genug neue Ideen, die man in Kitzingen umsetzen kann, um uns noch attraktiver zu machen.
Then: Heimatverbunden war ich schon immer. Und stolz auf 'unner Kitzi' auch. Von 2003 bis 2007 war ich Repperndorfer Weinprinzessin und in dieser Funktion oft mit dem Kitzinger Hofstaat unterwegs. Da habe ich zum ersten Mal gemerkt wie schön es ist, andere Leute von unserer Stadt zu begeistern und einzuladen. So habe ich mich nach dem Abi für eine Lehre als Verwaltungsangestellte entschieden und anschließend den Tourismusfachwirt gemacht. Ab 2008 habe ich in der Dettelbacher Tourist-Information gearbeitet, bevor ich dann – pünktlich zur Kleinen Landesgartenschau – bei der Stadt eingestellt wurde.
Then: Wir haben unsere Öffnungszeiten erweitert, einen Geocaching-Stadtrundgang erstellt, arbeiten momentan an einem neuen Webauftritt der Stadt mit und haben bei uns im Team Arbeitsabläufe optimiert.
Wie sind Sie aus touristischer Sicht mit dem ersten halben Jahr zufrieden?Then: Urlaub in Deutschland boomt derzeit – und wir profitieren mit. Steigende Übernachtungszahlen in Kitzingen sowie in der Region, steigende Buchungen von Stadtführungen und Hofratsempfängen und vermehrt Tagesgäste in der Stadt lassen nicht nur unser Herz lachen, sondern auch die Herzen der Einzelhändler sowie der Gastgeberbetriebe. Wegen dem durchwachsenen Sommerwetter haben wir bisher etwas weniger Wohnmobilgäste zu verzeichnen; die Erfahrung zeigt aber dass die gästereichen Herbstmonate September und Oktober das wieder ausgleichen.
Welche Trends lassen sich erkennen?Then: Wie seit Jahren geht der Trend weg von längeren Aufenthalten. Vermehrt werden Tagesausflüge in die Stadt unternommen. Nachgefragt werden von Radfahrgästen meistens nur eine Übernachtung.