Vom Auf und Ab der Liebe
Autor: Puls Conny
Kitzingen, Donnerstag, 18. Februar 2016
Seit einem Jahr veranstaltet das Deutsche Fastnachtmuseum in Kitzingen literarische Abende. Erfolgreich, wie der Presse mitgeteilt wird.
Seit einem Jahr veranstaltet das Deutsche Fastnachtmuseum in Kitzingen literarische Abende. Erfolgreich, wie der Presse mitgeteilt wird.
Am Wochenende gastierte der jahrzehntelange Sitzungspräsident der Schwarzen Elf Schweinfurt, Hans Driesel, mit einem heiteren Spaziergang durch die Liebesliteratur.
Das Interesse war groß, man musste eng zusammenrücken, so die Meldung des Fastnachtmuseums. Unter den Gästen des Abends waren Hans Waldmann vom Vorstand der Kulturstiftung Fastnacht, Fasching, Karneval sowie die Präsidenten der Kitzinger Karnevalsgesellschaft, Wolfram Beha und Bernd Nägle.
Hans Driesel eröffnete den Reigen der überwiegend frei rezitierten Liebesgeschichten und -Gedichte mit dem vielbelachten „fränkischen Hinauswurf aus dem Paradies“, blickte zurück auf Walter von der Vogelweides „Unter den Linden“, spannte den Bogen weiter zu Romeo und Julias Streitgespräch, ob es „die Lerche oder die Nachtigall“ war, die beider Liebesidylle zerstört hatte.
Natürlich kamen auch die Klassiker zu Wort. Zum Beispiel Goethe. Das zarte Gedicht „Gefunden“ führte bald zu höchst erotischen Gedanken, in welchen vom „lieblich knarrenden Ton des geschaukelten Bettes“ die Rede ist. Heinrich Heines Hymne auf den weiblichen Körper fehlte ebenso wenig wie sein Spott über das Durcheinander, wenn „ein Jüngling ein Mädchen liebt, das einen anderen erwählt hat“.
Fortsetzung in der Walpurgisnacht
Neben dem Heiteren immer wieder auch Nachdenkliches. Es wurde sehr still im Museumskeller, als Driesel aus Liebesbriefen von Erich-Maria Remarque an Marlene Dietrich las, von den Problemen dieser Beziehung erzählte, vom Mit- und Gegeneinander der Geschlechter im Allgemeinen und im Besonderen.
Das „Himmelhochjauchzend zu Tode betrübt“ spiegelt sich in der Literatur und hatte zu allen Zeiten auch einen hohen Unterhaltungswert. Dies zeigte sich erneut an diesem Abend des Lächelns, des Lachens und des Nachdenkens. Einfühlsam umrahmt wurden die Texte von dem Pianisten David Reß.