In Unterfranken werden die Folgen des Klimawandels drastischer sein als anderswo in Deutschland: Knappes Trinkwasser und brütend heiße Innenstädte auf der einen Seite, Überschwemmungen und Ernteschäden durch Starkregen auf der anderen Seite.

Weiterführende Inhalte rund um das Thema "Globaler Klimawandel und regionale Auswirkungen in Unterfranken" waren Gegenstand der Vortragsreihe "Gaibacher Gespräche", zu der Veranstaltungsleiter Martin Redweik in die Schule des Franken-Landschulheims Schloss Gaibach einlud.

Heiko Paeth, Klimaforscher und Professor für Geographie an der Universität Würzburg, erläuterte umfassend die Klimafolgen, die sich im Zuge des starken Temperaturanstiegs von bis zu 4,4 Grad Celsius noch in diesem Jahrhundert ergeben. "Wenn wir so weitermachen wie bisher, hätten wir in Zukunft, rein thermisch gesehen, fast überall in Unterfranken die Möglichkeit Wein anzubauen", so der Wissenschaftler. Denn der Huglin-Index, der kennzeichnet, wie viel Wärme in einer Region zur Verfügung steht, hat sich in den vergangenen 100 Jahren erheblich verändert. Dies würde jedoch bedeuten, dass es den Weißweinsorten in unserer Region viel zu warm wird. Auch wird der kolossale Waldumbau allen Waldbesitzern und denjenigen, die das Brenn- und Bauholz benötigen, viel Geld kosten, da der Nadelwald grundsätzlich und selbst die Rotbuche im Steigerwald aufgrund der erheblichen Trockenheit seit 2015 nicht mehr überlebensfähig sein werden.

Ein weiteres Problem ist die Hitze in den Städten. Durch die enorme Staulage in der Würzburger Innenstadt ergibt sich an manchen Tagen ein Temperaturunterschied von sechs Grad im Vergleich zu den Gauflächen außen herum. Zusätzlich wird die generelle Zunahme der Hitzetage und Tropennächte die Gefahr der Mortalität insbesondere älterer Menschen deutlich erhöhen und das Leben in den Innenstädten nachhaltig verändern.

Abschließend ergab sich eine äußerst rege Diskussion, bei der der Fachexperte mit seinen Einschätzungen Fragen der zahlreichen Zuhörer beantwortete.

Von: Martin Redweik (Lehrer, FLSH Schloss Gaibach)