Bei der Bekämpfung von Hochwasserkatastrophen gehen Schwarzach und Kleinlangheim gemeinsame Wege. Um vor allem Atzhausen, Düllstadt und die Unterlieger vor großen Wassermengen der Bäche zu schützen, soll an der Wutschenmühle in der Flur von Kleinlangheim ein Regenrückhaltebecken errichtet werden. Die Mitglieder des Schwarzacher Marktgemeinderats befürworteten die wichtige Schutzmaßnahme einstimmig und beauftragten die Marktverwaltung mit der Erstellung einer Zweckvereinbarung mit der Gemeinde Kleinlangheim.

Zweite Bürgermeisterin Johanna Sendner, die die Sitzung für den erkrankten Ortschef Volker Schmitt leitete, erinnerte an das gemeinsame Vorgehen nach den verheerenden Überschwemmungen 2013 und 2021. Das Büro BGS aus Darmstadt habe im Rahmen des integralen Hochwasserschutzkonzeptes der Arbeitsgemeinschaft Dorfschätze ein Rückhaltekonzept erarbeitet, so die stellvertretende Bürgermeisterin. Eine auch für Schwarzach wichtige Maßnahme sei das Regenrückhaltebecken an der Wutschenmühle. Die dort vorgeschlagene Maßnahme hätte für Atzhausen und Düllstadt eine große Schutzwirkung.

Auch finanzielle Vorteile bei Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit beider Gemeinden habe auch finanzielle Vorteile, sagte Sendner. So habe das Wasser- und Wirtschaftsamt in Aschaffenburg bei gemeinsamer Errichtung eines Rückhaltebeckens durch zwei Gemeinden eine Förderung von bis zu 75 Prozent in Aussicht gestellt. Die Maßnahme bei Kleinlangheim sei laut Berechnung durch das Büro BGS mit etwa 900.000 Euro zuzüglich der Nebenkosten veranschlagt. Da sowohl Kleinlangheim als auch Schwarzach vom Ingenieurbüro TIG aus Dettelbach betreut werden, könnte dieses die Maßnahme für beide planen und realisieren. Das notwendige Know-how sei bei TIG vorhanden.

Für die gemeinsame Umsetzung wäre zusätzlich eine Zweckvereinbarung beider Gemeinden notwendig, erläuterte die Bürgermeisterin. Die Vereinbarung soll sowohl die Aufteilung der Kosten auf beide Kommunen als auch die Instandhaltung des Beckens regeln. Bis das Projekt umgesetzt ist, dürften nach ersten Schätzungen etwa fünf Jahre vergehen. TIG erhielt den Auftrag für die Vorentwurfsplanung und soll nun eine detaillierte Kostenaufstellung erstellen. Erst danach kann die prozentuale Kostenverteilung auf Schwarzach und Kleinlangheim festgelegt werden. Pater Christoph Gerhard wünschte sich die Verwirklichung des Projekts "so schnell wie möglich". "Wir wären dumm, wenn wir da nicht mitmachen würden", wusste Peter Kuhn mit Blick auf große Überschwemmungsschäden in der Vergangenheit.

Castell ist aus den ursprünglichen Plänen ausgestiegen

Kleinlangheims Gemeindechefin Gerlinde Stier teilte auf Anfrage mit, dass der dortige Gemeinderat das gemeinsame Vorhaben befürworte. Er habe bereits einen Grundsatzbeschluss pro Regenrückhaltung gefasst. Da Castell aus den ursprünglichen Planungen ausgestiegen sei, könnte die Finanzierung noch zum Problem werden. Hier hofft Stier auf die Beteiligung von Wiesenbronn. "Es muss beim Hochwasserschutz etwas geschehen, es wurde schon viel geredet", mahnt Stier zum Tätigwerden. Der eigene Hochwasserschutz und vor allem auch die Solidarität für die Unterlieger stehen an erster Stelle.