Tierheim steht unter Beobachtung
Autor: Harald Meyer
Kitzingen, Donnerstag, 27. April 2017
Das vom Einsturz bedrohte Tierheim besitzt seit Donnerstag ein Frühwarnsystem. Falk Seliger vom Bergamt Nordbayern hat fünf Rissmonitore installiert.
Das auf einem ehemaligen Bergbaustollen gebaute und vom Einsturz bedrohte Tierheim besitzt seit Donnerstag ein Frühwarnsystem. Falk Seliger vom Bergamt Nordbayern hat in dem Gebäude in der Kaltensondheimer Straße fünf Rissmonitore installiert.
Mit ihnen ist es möglich, gefährliche Veränderungen der das Gebäude durchziehenden Risse und damit Verschiebungen im Untergrund rechtzeitig zu erkennen. Jetzt sind die Mitarbeiter des Tierheims gefragt. Sie müssen alle 14 Tagen kontrollieren, ob die Risse noch im Fadenkreuz der Monitore sind und ob oder wie sie sich verändert haben. Die dokumentierten Aufzeichnungen lassen laut Seliger einen Rückschluss auf die Entwicklung im Untergrund zu.
Mit der Überwachung und dem Verzicht auf größere Veranstaltungen im Tierheim ist aus Sicht des Bergamts – im Schreiben vom März – für 2017 ausreichend Risikovorsorge getroffen. Was der Behörde noch fehlt, ist ein Risikoplan, wenn die Monitore wegen nachgebendem Untergrund Alarm schlagen. Dann müssten das Tierheim-Team und mit ihm alle vierbeinigen Bewohner raus. Wohin, weiß keiner.
Neben einem Ausweichquartier für den Notfall fehlt auch ein Plan für eine grundsätzliche Lösung des Problems. Da gibt's aus Sicht des Bergamts nur zwei Varianten: Entweder werden die Gruben unter den Gebäuden aufgefüllt oder das Heim schließt – und braucht einen Neubau. Beides kostet nach Schätzungen eine runde Million Euro.
Stadt in den Pflicht
Das Geld hat der Tierschutzverein als Träger des Heims nicht. In der Pflicht zur „Gefahrenbeseitigung“ sieht das Bergamt die Stadt Kitzingen – als Grundeigentümer und Baugenehmigungsbehörde. Dort bemüht man sich laut OB Siegfried Müller um eine Lösung. Bei der Grundstückssuche sei die Verwaltung aktiv und werde die Frage der Finanzierung eines Neubaus mit bearbeiten.
Trotz der Zusage, das Tierheim nicht im Regen stehen zu lassen, ist ungeklärt, wer neben dem Tierschutzverein mit im finanziellen Boot ist. Klar nur: Mit 20 Cent, die die Kreiskommunen pro Einwohner und Jahr für die Unterbringung von Fundtieren in die Kasse der Tierschützer einzahlen, ist keine Neubau möglich. 17 800 Euro seien im Vorjahr zusammengekommen, so zweite Vorsitzende Iris von Crailsheim.
Damit die Existenz des Tierheims nicht am Geld scheitert, könnte eine Lösung wie im Kreis Hassberge sinnvoll sein. Dort wird ein neues Tierheim gebaut. Der Zweckverband Fundtiere Landkreis Hassberge, in dem sich alle Kommunen zusammengefunden haben, ist Träger. Die Gemeinden teilen sich dabei nicht nur die Investitionskosten, sondern zahlen je Einwohner und Jahr 1,20 Euro für Betrieb und Verwaltungskosten des Heims.