Tierheim: Rückendeckung für Neubaupläne
Autor: Harald Meyer
Kitzingen, Sonntag, 27. August 2017
Ob Neubau oder Finanzierung: Das Kitzinger Tierheim hängt immer noch in der Luft. Allerdings gibt's schon eine erste Kostenschätzung. Und Unterstützung von der SPD.
Das einsturzgefährdete Kitzinger Tierheim bekommt bei seiner bislang vergeblichen Suche nach einer neuen Bleibe Rückendeckung aus dem Stadtrat. Die SPD-Fraktion hat jetzt beantragt, einen Neubau an einem „städtebaulich verträglichen Standort“ anzugehen und auch die Frage der Finanzierung in einer Grundsatzdiskussion zu klären.
Die Risse und Setzungen im Tierheim, die die Einrichtung offensichtlich den absackenden Bergbaustollen im Untergrund verdankt, hat die Fraktion laut Antragsbegründung besichtigt. Das „eindrucksvolle Bild dieser Tatsache“ hat die Sozialdemokraten dazu bewogen, eine Lösungsmöglichkeit auszuschließen: „Eine Verfüllung der Stollen wäre finanziell nicht tragbar und der Sache des Tierheims als solcher auch nicht förderlich.“
Intensive Suche starten
Angesichts der bislang ergebnislosen Suche nach einem Standort fordert die SPD, „noch einmal intensiv auf die Suche“ nach einem passenden Grundstück zu gehen und auch die Finanzierung ins Auge zu fassen. So sollten Fördermöglichkeiten geprüft und die Einbeziehung der gesamten Landkreisgemeinden angegangen werden.
1#googleAds#100x100Ein paar „Hausaufgaben“, die der Stadt und allen weiteren Beteiligten ein Engagement in Sachen Tierheim leichter machen dürften, hat der Tierschutzverein schon erledigt oder in Arbeit. So hat der Vorstand in intensivem Zusammenspiel mit dem Deutschen Tierschutzbund die Fragen eines für Kitzingen passenden Raumprogramms diskutiert.
Zwei Millionen Euro für den Neubau
Abgehakt ist auch eine erste Kostenschätzung für einen Neubau. Der Vorentwurf eines Ingenieurbüros offenbart allerdings Zahlen, die laut Vorstand die finanziellen Möglichkeiten des Vereins um ein Vielfaches übersteigen würden: Alleine die Baukosten lägen laut der Schätzung zu dem Entwurf bei gut 1,2 Millionen Euro. Da käme noch der Außenausbau (unter anderem mit Auslauf und Parkplätzen) dazu, der nach Angabe des Ingenieurbüros rund 800 000 Euro verschlingen würde. Endsumme: Runde zwei Millionen Euro für eine kostenmäßig verschlankte Tierheim-Version.
Übrigens: Eine Verfüllung der Stollen unterm Tierheim käme auf rund 850 000 Euro. Diese Kostenschätzung hatte das Bergamt Nordbayern im März nach einem Ortstermin der Stadt Kitzingen mitgeteilt.
Egal wie: Ob die Bergbaugruben zugeschüttet werden oder das Tierheim einen Neubau kriegt – jede Lösung kostet viel Geld. Und weil das Tierheim das genauso wenig hat wie ein Baugrundstück, sucht der Tierschutzvereinsvorstand um seinen Vorsitzenden Gerd Menche jetzt den direkten Kontakt zu allen Bürgermeistern im Kreis und natürlich auch zu Landrätin Tamara Bischof.
Dahinter könnte eine Lösungsmöglichkeit stehen, die auch die SPD-Fraktion ins Spiel bringt: Ein Zweckverband wie der im Landkreis Haßberge, der den Tierheimneubau trägt. Da finanzieren die Gemeinden die Investition und zahlen pro Kreisbürger und Jahr 1,20 Euro für den Betrieb. Im Landkreis Kitzingen gibt's 20 Cent pro Kopf. Damit kriegt das Tierheim gerade mal knapp 18 000 Euro pro Jahr.