Stollburg: Waldbesucher vor Steinschlag geschützt
Autor: Norbert Vollmann
, Mittwoch, 23. August 2017
60000 Euro hat der Forstbetrieb Ebrach für die Sicherungsmaßnahmen an der Ruine ausgegeben. Die Erneuerung der Schutzhütte steht aber noch aus.
Daniel Steuer, als stellvertretender Leiter der Mann für Baumaßnahmen im Forstbetrieb Ebrach, kann eine durchweg positive Bilanz der Sicherungsmaßnahmen an der Ruine Stollburg ziehen. Er betont: „Die Arbeiten am Bergfried sind abgeschlossen, die Bauabnahme erfolgt, die Instandsetzung lief relativ problemlos, insofern konnte der Kostenrahmen gehalten werden.“
Die Bauarbeiten dienten im Wesentlichen dem Schutz der Waldbesucher vor herabfallendem Mauerwerk und dem Erhalt der Bausubstanz. Tiefer geschürft in Sachen Burgenhistorie wurde, wie zuletzt etwa bei der Sanierung der Ruine Zabelstein, auf dem 476 Meter hohen Stollberg bei Handthal nicht.
Am Bergfried als dem Haupt- und Wehrturm der ehemaligen mittelalterlichen Burg wurden von der Baufirma Kirchner aus Sulzbach im Landkreis Haßberge in erster Linie Fehlstellen am Fundament ausgebessert sowie die Mauerkronen mit den markanten herauskragenden Konsolsteinen, wo nötig, gegen Steinschlag gesichert. Die letzte größere Sanierung fand im Jahr 1976 statt.
Der Draht ist von unten kaum zu sehen
Von der ehemaligen Burg, auf der um 1170 einer These des Höchberger Heimatforschers Gerhard Wagner zufolge der Minnesänger Walther von der Vogelweide geboren worden sein soll, ist ein knapp 20 Meter hoher Rest des achteckigen Bergfrieds erhalten, mit bis zu 2,5 Meter dicken Mauern, dazu kleinere Mauerreste und ein Gewölbekellereingang.
Die Sicherungsarbeiten hatten einen finanziellen Umfang von etwa 60 000 Euro. Die größte Herausforderung der Arbeiten habe in der Sicherung der Auslegerkonsolen bestanden, so Daniel Steuer.
Die aufrecht aufgesetzten Steine waren vermutlich in einer späteren Epoche aus optischen Gründen ergänzt worden, zumindest ist das Steinmaterial von anderer Herkunft und Festigkeit als der Unterbau.
Zudem waren die Ausleger vom Gerüst schwer zugänglich. So mussten sich die Arbeiter zum Teil am Bergfried am Seil sichern, um zu den Konsolensteinen zu gelangen.