Sternschnuppennacht: Sulzfeld bleibt dunkel
Autor: Von unserem Mitarbeiter Claudio Höll
Sulzfeld, Mittwoch, 10. August 2016
Wer den Sternschnuppenregen in der Nacht zum Freitag beobachten will, ist in Sulzfeld an der richtigen Adresse. Trotzdem muss das Wetter auch mitspielen - wir haben beim deutschen Wetterdienst nachgefragt.
In der Nacht zum Freitag können alle, die lange genug wach bleiben und einen Blick in den freien Himmel haben, viele Sternschnuppen beobachten. Am Fuß der Haßberge begeht die Gemeinde Sulzfeld (Lkr. Rhön-Grabfeld) den Höhepunkt des so genannten Perseidenschauers in völliger Dunkelheit: Wie Gemeinderat Alfons Kalke erklärte, wird die Straßenbeleuchtung abgeschaltet, die Vereine und Gaststätten des Ortes beteiligen sich an der Aktion, auch die Bürger sind aufgerufen, die Lichter zu löschen. Die Idee hinter der Sternschnuppennacht in Sulzfeld: Je dunkler der Ort, von dem aus die Menschen den Himmel beobachten, desto besser ist der Meteorschauer zu sehen.
Ein Programm rund um das Himmelsphänomen ergänzt die Sternschnuppennacht: Am Lagerfeuer gibt es Geschichten rund um Mond und Sterne, Musiker besingen zu Gitarre und Kontrabass den Nachthimmel. Am Strand des örtlichen Badesees haben Sulzfelder und Gäste von Feldbetten aus direkten Blick in den Himmel, während sie über Kopfhörer einen Vortrag über „Griechische Mythen der Sternbilder“ hören.
1#googleAds#100x100Auf dem 751 Meter hohen Rhönberg Hohe Geba müssen nicht erst Lichter ausgeschaltet werden, um den Nachthimmel zu beobachten, hier laden das Biosphärenreservat Rhön und die thüringische Gemeinde Rhönblick (Lkr. Schmalkalden-Meiningen) zum zweiten Mal ein, den Blick beim Perseidenschauer in den Himmel über dem Mittelgebirge zu richten. Astronomen erklären dabei Himmelsphänomene, die Besucher werden über einen Planetenweg geführt, wie Christoph Friedrich, Bürgermeister von Rhönblick, erklärte.
Wer allerdings Sternschnuppen fliegen sehen möchte, muss in Unterfranken auf Lücken in der Wolkendecke hoffen. Guido Wolz vom Deutschen Wetterdienst erklärt: „Aus Nordwesten kommt eine Warmfront, dadurch bilden sich im Laufe der Nacht immer dichtere Wolken.“ In der zweiten Hälfte der Nacht erwartet der Wetterexperte auch Regen. Für alle, die mit dem Wetter kein Glück haben, lohnt sich in den kommenden Tagen der Blick in den Nachthimmel: Der Perseidenschauer hat in der Nacht zum Freitag seinen Höhepunkt, ist aber auch in den Nächten darauf noch zu sehen.
Wieso gibt es in dieser Nacht so viele Sternschnuppen?
„Die Erde kreuzt die Bahn des Kometen 109P/Swift-Tuttle“ erklärt Karl Mannheim, Professor für Astronomie und Astrophysik an der Universität Würzburg. Der Komet kreist um die Sonne und verliert Gase und Staubteilchen, wenn er sich ihr nähert. Diese Partikel bleiben auf der Bahn des Kometen, die die Erde schließlich auf ihrer Umlaufbahn trifft. Treffen die Gase und Staubteilchen auf die Atmosphäre der Erde, verglühen sie.
Was hat es mit dem Namen der Perseiden auf sich?
Von der Erde aus sieht es aus, als läge der Ursprung der Sternschnuppen im Sternbild Perseus, daher der Name des Himmelsphänomens.
Wann gibt es die meisten Sternschnuppen zu sehen?
Wo der Himmel wolkenlos bleibt, gibt es die meisten Sternschnuppen zwischen Mitternacht und der Morgendämmerung zu sehen.