Sportler klagen: Geld reicht schon lange nicht mehr
Autor: Hanns Strecker
Sulzfeld am Main, Sonntag, 18. März 2018
Bei der Jahreshauptversammlung war dieser Punkt wohl der Kürzeste: Die Vorstandschaft um den Vorsitzenden Bernd Hering wurde per Akklamation einstimmig wiedergewählt.
Bei der Jahreshauptversammlung war dieser Punkt wohl der Kürzeste: Die Vorstandschaft um den Vorsitzenden Bernd Hering wurde per Akklamation einstimmig wiedergewählt. Ein deutliches Zeichen für ein harmonisches Vereinsleben.
Ernste Worte hatte Vorsitzender Bernd Hering am Beginn seiner Rede, und zwar in Bezug auf die Finanzen: „Das Geld aus den Mitgliedsbeiträgen, den Eintrittsgeldern und den Zuschüssen der Verbände und der Gemeinde langt schon lange nicht mehr, um den Sportverein zu führen.“
Er berichtete, dass man sich Geld aus dem Erlös des Sportheimes, von Kegelgruppen und Hochzeitsfeierlichkeiten „hinzuverdient“, was er für eine sehr bedenkliche Entwicklung hält, da dies viel ehrenamtliches Personal bindet. „Aber nur damit ist es uns möglich, das Kerngeschäft, den Sport, so anzubieten, wie es bei uns gewohnt ist“. Der Vorsitzende sieht hier den Bayerischen Landessportverband und die Politik in der Verantwortung.
Zur Lage in den Abteilungen berichtete Vereinsjugendleiter Karl-Heinz Zehnder viel Positives. Gut besucht sind die einzelnen Gruppen wie Eltern-Kind-Turnen, die Tanzkinder, die Tanzmäuse und die Hiphop-Gruppe, in der die Kinder Riesenspaß haben. Auch die Leiter der anderen Abteilungen, angefangen vom Tischtennis über Aerobic bis hin zu Nordic-Walken und der Kegelgruppe berichteten von schönen Erfolgen. Lediglich beim Thema Fußball konnte Benny Krumpholz nichts Erfolgreiches erzählen. „Die Erste Mannschaft ist sportlich schwach“, so sein Resümee. Seit November 2016 wurde laut Krumpholz kein einziges Auswärtsspiel mehr gewonnen.
Karl-Heinz Zehnder, der auch für den Jugendfußball im Verein zuständig ist, hatte da eine zukunftsweisende Idee: Mittlerweile spielen mehrere junge Flüchtlinge in verschiedenen Jugendmannschaften. „Und das nicht schlecht!“ Inzwischen haben diese weitere Freunde aus Kitzingen mit auf den Sportplatz gebracht, die ebenfalls am Training teilnehmen. „Über die Jugend müssen wir im Erwachsenensport wieder an Erfolge kommen“, sagte Zehnder, dem das Thema Integration am Herzen liegt.
Am Ende wurde über eine dringend notwendige Renovierung am Sportheim diskutiert. Der Vorsitzende sprach dabei von einer Summe von „um die 60 000 Euro“, was den Kassier Roland Süßmeier, der vorher in seinem Kassenbericht von einer „ausgeglichenen Finanzsituation“ sprach, etwas bleich werden ließ.