Sulzfeld erliegt Erlachs Avancen

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Verschworener Haufen: Die Sulzfelder Gemeinschaft wird in der kommenden Saison wachsen.
Foto: Hartmut Hess

Der SV Erlach reagiert auf seine Personalsorgen und findet im TSV Sulzfeld einen Partner. Die beiden Klubs machen künftig gemeinsame Sache – mit einer Ausnahme.

Der SV Erlach hat seine Fühler ausgestreckt – und beim TSV Sulzfeld Anklang gefunden. Zur kommenden Fußball-Saison werden die beiden Klubs gemeinsame Sache machen – in einer „unechten“ Spielgemeinschaft zwischen zweiter und dritter Mannschaft der Sulzfelder auf der einen Seite und der ersten des SV Erlach auf der anderen.

„Unecht“ bedeutet: Es wird kein neuer Verein gegründet, wie es etwa bei der SG Seinsheim/Nenzenheim und der SG Buchbrunn/Mainstockheim der Fall gewesen ist. Die erste Mannschaft des TSV Sulzfeld bleibt von dem Zusammenschluss unberührt. Sie wird weiter als eigenständiges Konstrukt existieren, wie Sportleiter Benny Krumpholz erklärte.

Bei der Verschmelzung werden aus den beiden Sulzfelder Mannschaften und Erlachs Team zwei Einheiten; geplant ist, dass für jedes dieser Teams einer der beiden Klubs federführend sein wird. Im besten Fall wird jeweils eine Mannschaft in der A-Klasse und eine in der B-Klasse spielen. „Ich bin stolz und glücklich, dass wir gemeinsam mit dem SV Erlach zwei Mannschaften zusammen als Spielgemeinschaft melden werden“, wird Krumpholz in einer Presseerklärung zitiert. Und Erlachs neuer Sportvorstand Raphael Troll ergänzt: „Auch aus unserer Sicht ist die neue Partnerschaft ein absoluter Volltreffer und sinnvoll für die Zukunft.“

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Der SV Erlach kämpft schon seit einiger Zeit mit schrumpfendem Personalstand. Erst zu Beginn dieser Saison hat der Klub seine zweite Mannschaft aus dem Spielbetrieb der B-Klasse zurückgezogen. Auch für die erste Gar-de deuteten sich im Laufe der Runde Probleme für die nächste Zeit an. Sie hatten Ende des vergangenen und zu Beginn dieses Jahres zu Verwerfungen innerhalb des Klubs geführt.

Der seit mehr als vier Jahrzehnten amtierende Vorsitzende Hans Otto Mayer war daraufhin zurückgetreten – und kam damit seiner Abwahl auf der Mitgliederversammlung zuvor. Mit der Öffnung hin zu einer Spielgemeinschaft wählte der Verein letztlich doch den auch von Mayer skizzierten pragmatischen Weg, um für die Zukunft aufgestellt zu sein.

„Ich bin stolz und glücklich.“
Benny Krumpholz, Sportleiter TSV Sulzfeld

Schon in den vergangenen Jahren hatte es immer mal mehr, mal weniger zarte Annäherungsversuche zwischen den beiden Partnern gegeben, aber nie war etwas Konkretes daraus erwachsen. Nun scheinen Raum und Zeit gepasst zu haben, sich aufeinander einzulassen und die Zukunft gemeinsam zu planen.

Für die Sulzfelder war laut Krumpholz die Notwendigkeit einer Spielgemeinschaft nicht ganz so akut. „Wir hätten auch ohne Erlach wieder drei Mannschaften für die nächste Saison gemeldet“, erklärte er auf Nachfrage, „aber in der SG ist das deutlich einfacher.“ Der Sulzfelder Sportleiter rechnet mit 15 bis 20 Spielern, die Erlach in die Gemeinschaft einbringen werde. Positiver Effekt: Der Konkurrenzdruck in beiden Mannschaften werde zunehmen. „Die Leistung zählt wieder mehr.“

Noch muss einiges in der künftigen Zusammenarbeit geregelt werden, wie Krumpholz sagt. „Unsere Planungen laufen auf Hochtouren. Wir sind gerade dabei, einen passenden ambitionierten Trainer für unsere Spielgemeinschaft zu suchen.“ Die ersten wesentlichen Schritte sind gemacht.