Druckartikel: Rückkehr im dritten Anlauf

Rückkehr im dritten Anlauf


Autor: Alexander Rausch

Kitzingen, Sonntag, 18. Juni 2017

Zuviel Stallgeruch kann auch schaden. Diese Erfahrung machte Patrick Gutknecht und führte die fusionierten Ochsenfurter Fußballer wieder in die Kreisklasse.
Als Fremder hatte Patrick Gutknecht offensichtlich die richtige Distanz, um den Ochsenfurt FV wieder in die Kreisklasse zu führen.


Der Ochsenfurter FV ist zurück in der Kreisklasse. Nach den Plätzen vier und fünf in den Vorjahren folgte im dritten A-Klassenjahr unter Spielertrainer Patrick Gutknecht die Rückkehr. Unbeirrt beherrschten die Zuckerstädter die Konkurrenz. Auch zwei kleinere Zwischentiefs im Oktober und Anfang April brachten die Blauweißen nicht vom eingeschlagenen Meisterweg ab.

„Endlich wieder positivere Schlagzeilen schreiben“ wollte der Ochsenfurter FV vor der Runde. Zwei Jahre in der erweiterten Spitze der A-Klasse erschienen den Verantwortlichen des Fusionsvereins zu wenig, der drei Jahre nach der Verschmelzung von FC und SV 72 aus der Kreisklasse abgestiegen war. Diese Liga sollte es schon wieder sein, am besten nach dieser Saison. Dafür verpflichteten die Zuckerstädter bereits im Winter der vergangenen Spielzeit Patrick Gutknecht, der dem scheidenden Peter Polifka zunächst noch als spielender Co-Trainer assistierte, ehe der 29-Jährige im Sommer die alleinige Verantwortung übernahm. Seit dem Zusammenschluss stand damit erstmals ein Trainer auf der Maininsel in der sportlichen Verantwortung, der keinen direkten Bezug zu den Blauweißen hatte.

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Ein Schachzug, der seine Wirkung nicht verfehlte. Trotz nahezu gleicher Besetzung wie in der Vorsaison legten die Ochsenfurter einen Start nach Maß hin und eroberten bereits am zweiten Spieltag die Tabellenspitze. In der Liga blieben die Blauweißen bis Anfang Oktober makellos und auch im Pokal schafften sie überraschend den Einzug in die fünfte Runde, in der dann Bezirksligist FG Marktbreit-Martinsheim jedoch eine Nummer zu groß war. Dennoch machte die Gutknecht-Elf frühzeitig deutlich, dass der Meistertitel in dieser Saison nur über sie führen würde. „Wir blieben in dieser Phase von größeren Verletzungen verschont. Der Start war schon immens wichtig. Wäre er misslungen, hätte es trotz hoher Kaderqualität auch in eine andere Richtung gehen können“, weiß der 29-Jährige.

Erste Flecken bekam die weiße Ochsenfurter Weste dann ausgerechnet gegen die Lokalrivalen aus Tückelhausen/Hohestadt und Kleinochsenfurt. Als es Ende Oktober auch noch beim aufstrebenden Aufsteiger aus Geroldshausen im Spitzenspiel eine empfindliche Niederlage setzte, war sogar kurzzeitig die Tabellenführung futsch. „Dass wir nicht ohne weiteres durch die Liga marschieren, war klar. Deswegen waren Rückschläge absehbar.

Allerdings sind wir dann noch stärker zusammengerückt“, blickt der Tiefenthaler zurück. Denn genau in dieser schwierigen Phase zeigten die Blauweißen, dass sie sich im Vergleich zu den Vorjahren weiterentwickelt hatten. Anstatt mit dem Verlust des Spitzenplatzes zu hadern, bewies die Gutknecht-Elf Charakter und eroberte den Thron zurück.

Zwar leisteten sich die Blauweißen Anfang April weitere kleinere Schwächen gegen Eibelstadt II und Gaukönigshofen. Diese blieben jedoch folgenlos, weil auch die Verfolger mehrmals Federn ließen. So war am drittletzten Spieltag alles zur vorzeitigen Krönung bereitet, als der Tabellenzweite aus Geroldshausen auf der Maininsel gastierte. Und die Ochsenfurter zeigten einmal mehr, was sie in dieser Saison auszeichnete, nämlich Spielfreude, unbändiger Wille und Teamgeist. „Zwar war die Aufregung deutlich spürbar, aber wir haben die Aufgabe souverän gemeistert und letztlich verdient gewonnen“, erinnert sich Gutknecht an die Begegnung, in der sich die Blauweißen selbst krönten.

Die Ochsenfurter hatten das Ziel ihrer Träume erreicht und kehren nun nach drei Jahren wieder in die Kreisklasse zurück. Allerdings bleibt der 29-Jährige, den die Leistung seines Teams mit Stolz erfüllt, demütig. Oberstes Ziel sei in der kommenden Saison der Klassenerhalt. Während Abdurrahman Mutlu (FC Kirchheim) und Kevin Fiederling (FC Hopferstadt) den Verein verlassen, stößt Winterhausens Maximilian Krause zur Mannschaft. Damit sei auch in der kommenden Saison die Qualität vorhanden, um in der Kreisklasse bestehen zu können, glaubt Gutknecht. Liegt der ehemalige Landesligakicker des TSV Kleinrinderfeld auch diesmal mit seiner Einschätzung richtig, dürfen sich die Ochsenfurter auf einen längeren Verbleib in der Kreisklasse freuen.