Wenn ein Trainer wieder bei seiner großen sportlichen Liebe anheuert ...
Etwas Zeit, bis seine neue Mannschaft wieder in die Rückrunde startet, hat Karl-Heinz Zehnder noch. Am 13. März geht es für den SV Markt Einersheim mit dem neuen Trainer los, ausgerechnet gegen Tabellenführer TSV Mainbernheim. „Wir müssen uns beide noch finden. Meine Vorstellungen, und das, was die Mannschaft bisher gespielt hat, passt noch nicht ganz. Sie müssen sich an meine Trainingsmethoden gewöhnen“, sagt der Sulzfelder, der bei seinem neuen Verein in Markt Einersheim seit drei Wochen das Training wieder aufgenommen hat.
„Neu“ ist im Zusammenhang mit Charly Zehnder und Markt Einersheim nicht ganz richtig. Der 51-Jährige trainierte elf Jahre lang den SVE, bis er von Bernd Wenkheimer 2011 abgelöst wurde. Damals übernahm Zehnder den FC Eibelstadt, wo er in der Saison 2013/14 nach nur einem Sieg aus den ersten acht Spielen gehen musste. Charly Zehnder zog sich fortan wieder in den Nachwuchsbereich des TSV Sulzfeld zurück, wo er aktuell noch die U17 und die U19 trainiert.
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Dazu kommt jetzt noch der SV Markt Einersheim, ein Verein, zu dem er eine ganz besondere Bindung fühlt. „Das ist mein Heimatverein, ich stamme ja aus Einersheim. Dort ist mein Bruder mit im Vorstand. Mein Vater war bis vor kurzem Platzwart, ich selbst bin seit vielen Jahren noch als Kassenprüfer tätig“, sagt Zehnder. Er wohnt längst mit seiner Familie in Sulzfeld, wo er als zweiter Vorsitzender beim TSV und seit über 20 Jahren auch im Nachwuchsbereich tätig ist.
Im November kam der Ruf aus Markt Einersheim, nachdem dort Michael Uhl als Trainer aufgehört hatte. Uhl vermisste dort nach dem Abstieg aus der Kreisklasse im Sommer 2015 bei manchem die nötige Einstellung. Er könne der Mannschaft nicht mehr den letzten Biss vermitteln, zudem sei die Trainingsbeteiligung mangelhaft, lautete die sportliche Begründung. Außerdem führte Michael Uhl an, dass er im Herbst Vater geworden sei und künftig auch beruflich mehr um die Ohren habe. Deswegen habe er den Verein gebeten, ihn von seinem Amt zu entbinden.
Als die Einersheimer bei der Suche nach einem Nachfolger Charly Zehnder zum Gespräch baten, ging das relativ schnell. „Ich habe mir das Spiel gegen Hohenfeld (2:2) angeschaut, wir haben uns unterhalten, dann habe ich zugesagt“, schildert Zehnder. Es sei schon ein wenig Herzenssache, seinem Heimatklub wieder zu helfen, gibt er zu.
Als Nothelfer fühlt er sich nicht. Das Engagement sei so geplant, dass es über diese Saison hinaus gehen werde. „Wegen einem halben Jahr hätte ich das nicht gemacht, das wäre Blödsinn“, bekennt der in jungen Jahren einst für Bayern Kitzingen und den TSV Vestenbergsgreuth Kickende. Aus der aktuellen Einersheimer Mannschaft seien gar nicht mehr so viele mit im Kader, die er damals bereits trainierte habe. „Vielleicht eine Hand voll sind es. Ich kenne zwar viele aus der Jugend, aber die Mannschaft hat sich ganz schön verändert.“
Zehnders bisherigen Eindrücke vom neuen alten Team sind nicht schlecht. Mit dem aktuell auf Platz fünf rangierenden SV schiele er schon noch ein wenig in Richtung Platz zwei. Den hat die Reserve des FV Schwarzenau-Stadtschwarzach derzeit mit acht Punkten Vorsprung auf Einersheim inne. Von der sportlichen Maßgabe her sei der Wiederaufstieg zwar nicht zwingend vorgegeben, hebt der Trainer hervor. Aber wer weiß, mit einem guten Start könne man vielleicht noch vorne eingreifen.