Ist Kleinochsenfurt reif für den Aufstiegskampf?
Autor: Alexander Rausch
Kleinochsenfurt, Freitag, 22. November 2019
Es geht aufwärts beim SV Kleinochsenfurt seit Edwin Aber als Spielertrainer das Zepter übernommen hat. Der Klub darf zumindest noch von Relegationsplatz zwei träumen.
Gerne hätte der SV Kleinochsenfurt in der A-Klasse Würzburg 2 auf Platz zwei überwintert. Dafür hätte es am vergangenen Wochenende nur eines Sieges gegen den schwächelnden Lokalrivalen aus Tückelhausen und Hohestadt bedurft. Doch die Mannschaft von Edwin Aber rief nicht ihr Leistungsvermögen ab und verlor. Sehr zum Ärger von SV-Vorstand Rainer Kernwein, der gerne mit einem Positiv-Erlebnis in die Pause gegangen wäre – am letzten Spieltag an diesem Wochenende ist Kleinochsenfurt spielfrei. Mit nunmehr neun Zählern Rückstand scheint für den A-Klassisten auch der direkte Aufstieg in weite Ferne gerückt.
Angesprochen auf die jüngste 1:2-Niederlage gegen den SV Tückelhausen/HohestadtEtwas reagiert Kernwein leicht angesäuert. „Sie standen sehr tief und haben gekontert, während wir schlicht keinen Plan hatten und kein Mittel gefunden haben, sie zu knacken“, ärgert sich der Funktionär. So sei die Niederlage noch schmeichelhaft knapp ausgefallen und kann durchaus als „leichter Stimmungsdämpfer“ gewertet werden.
Denn die Kleinochsenfurter Kicker spielen eine unerwartet gute Rolle zum jetzigen Zeitpunkt. Erst drei Niederlagen haben die „Black Boys“, wie sie auf der Homepage des Vereins gerne genannt werden, in dieser Runde kassiert. Vor dem jüngsten Duell gegen Tückelhausen/Hohestadt verlor die Elf von Spielertrainer Edwin Aber nur gegen Klassenprimus Kirchheim und den Lokalrivalen Erlach/Sulzfeld. Letztere ordnet Kernwein in die gleiche Kategorie ein wie die Pleite vom Sonntag. Ideen- und harmlos gegen einen vornehmlich verteidigenden und konternden Gegner, was eine unnötige, aber verdiente Niederlage zur Folge hatte.
Kirchheim wäre zwar zu knacken gewesen, aber sei auch ein starker Kontrahent gewesen, so der Vorstand, der ansonsten eine bisher vergleichsweise ruhige und erfolgreiche erste Halbserie seiner Elf erlebte. Allerdings sei der aktuelle dritte Platz eine Fortsetzung der Entwicklung der vergangenen beiden Spielzeiten, seit Edwin Aber im Ochsenfurter Stadtteil das Zepter übernommen hat. Nach Platz elf im Premierenjahr mit dem Fast-Abstieg wurden die Kleinochsenfurter vergangene Runde Siebter und scheinen nun endgültig reif für den Kampf um den Aufstieg. „Das war zu erwarten, dass wir eine gute Rolle spielen“, ging der Schonsteinfeger bereits ambitioniert in die Saison.
Vor allem die Neuzugänge ließen auf eine erneute Steigerung hoffen. Mit Andreas Hartner schloss sich dem SVK ein spielender Co-Trainer an, der in den vergangenen Jahren einiges an Erfahrung als verantwortlicher Übungsleiter in Frankenwinheim und Castell sammelte. Marco Müller kam von den Siedlern an den Main. „Er ist ein absoluter Führungsspieler und zeigt das auch auf dem Feld“, lobt Kernwein den Neuzugang, ebenso wie die beiden ehemaligen OFVler Onur Kocak und Ahmed Diaby. Überraschend verstärkte noch Josip Krizek das Team, der aus München nach Unterfranken zog. Allesamt hätten die Qualität des Kaders deutlich angehoben und seien zudem regelmäßig beim Training. „Wir haben mittlerweile einen festen Kern an Spielern, der zum Training kommt. Dazu kommen der eine oder andere Überraschungsgast. Das hatten wir in dieser Form in den Vorjahren nur selten“, nennt Kernwein die entstandene Trainingsmoral als weiteren Grund für den Höhenflug.
Und den möchte Kernwein natürlich in der Rückrunde fortsetzen: „Unsere Konkurrenten haben nun alle schon geschwächelt, so dass die Liga sehr eng und ausgeglichen ist. Aber wir sind voll dabei.“ Um den Titel nicht ganz abschreiben zu müssen, wünscht sich der Kleinochsenfurter für dieses Wochenende einen Sieg Gollhofens gegen Spitzenreiter Kirchheim, der aus seiner Sicht allemal möglich sei. Denn die Schwarz-Weißen seien aktuell sehr gut drauf. Selbst wenn Kirchheim trotzdem der Favorit für die restliche Runde bleibt, abschenken werden die „Black Boys“ auf keinen Fall. Schließlich waren sie zum jetztigen Zeitpunkt selten so nah dran wie heuer.