Giebelstadts breitere Bank setzt sich durch
Autor: Jürgen Sterzbach
Giebelstadt, Sonntag, 16. Dezember 2018
Die HSG Mainfranken hält das Derby lange offen. Warum setzen sich am Ende doch die Handballer der SpVgg Giebelstadt durch?
Handball
| TSV Rödelsee – FC Bad Brückenau | 32:30 | |
| SpVgg Giebelstadt – HSG Mainfranken | 30:28 | |
| HSC Bad Neustadt II – TSV Lohr II | ||
| MHV Schweinfurt – TV Marktsteft |
| 1. | (1.) | SV Michelfeld | 11 | 10 | 0 | 1 | 316 | : | 257 | 20 | : | 2 | |
| 2. | (3.) | TSV Rödelsee | 11 | 8 | 1 | 2 | 335 | : | 306 | 17 | : | 5 | |
| 3. | (2.) | TV Marktsteft | 10 | 8 | 0 | 2 | 326 | : | 246 | 16 | : | 4 | |
| 4. | (5.) | SpVgg Giebelstadt | 12 | 7 | 0 | 5 | 333 | : | 352 | 14 | : | 10 | |
| 5. | (4.) | FC Bad Brückenau | 11 | 5 | 2 | 4 | 331 | : | 328 | 12 | : | 10 | |
| 6. | (6.) | TSV Lohr II | 11 | 4 | 3 | 4 | 312 | : | 292 | 11 | : | 11 | |
| 7. | (7.) | HSG Volkach | 11 | 4 | 2 | 5 | 309 | : | 333 | 10 | : | 12 | |
| 8. | (8.) | TSV Partenstein | 11 | 4 | 2 | 5 | 304 | : | 312 | 10 | : | 12 | |
| 9. | (9.) | HSG Mainfranken | 11 | 3 | 3 | 5 | 325 | : | 331 | 9 | : | 13 | |
| 10. | (10.) | MHV Schweinfurt | 10 | 2 | 3 | 5 | 293 | : | 278 | 7 | : | 13 | |
| 11. | (11.) | HSC Bad Neustadt II | 10 | 1 | 2 | 7 | 241 | : | 278 | 4 | : | 16 | |
| 12. | (12.) | TV Gerolzhofen | 11 | 0 | 0 | 11 | 260 | : | 372 | 0 | : | 22 |
SpVgg Giebelstadt – HSG Mainfranken 30:28 (14:12)
Am letzten Spieltag der Hinrunde standen sich zwei Aufsteiger gegenüber. Die Bezirksliga-Saison hatte die HSG Mainfranken eine Klasse tiefer nach Belieben dominiert, der SpVgg Giebelstadt war nur der zweite Platz hinter einem souveränen Meister geblieben. Auch die Giebelstädter stiegen aber direkt auf, da der Nord-Zweite Mellrichstadt auf die Relegation verzichtete.
Gäste von Ausfällen geplagt
Dass beide in der Bezirksoberliga mithalten können, bewiesen sie in ihren bisherigen Spielen. Je länger die Runde dauert, desto mehr kommt Giebelstadt in Fahrt. Das 30:28 (14:12) gegen die HSG Mainfranken unterstrich die positive Entwicklung der letzten Wochen. Mit nun vier Siegen aus den letzten fünf Spielen kletterten die Gelbschwarzen in der Tabelle sogar auf Platz vier. Die Hinrunde sei „überragend gelaufen“, erklärte Spielertrainer Andreas Michel, der sich in der Vorbereitung verletzte und erst seit drei Wochen wieder selbst mit auf der Platte steht.
Von Ausfällen geplagt ist dagegen der Gegner. Das Aufgebot der Mainfranken umfasste nur neun Feldspieler, so dass Trainer Norbert Senft nur geringe Wechselmöglichkeiten hatte. Als Johannes Neuweg gegen Ende der zweiten Halbzeit signalisierte, dass er angeschlagen sei, bot das schmale Aufgebot der Gäste keine Option mehr, um ihn zu entlasten. „In den letzten zehn Minuten machte sich bei uns der knappe Kader bemerkbar. Fast alle mussten durchspielen, da wir keine Alternativen mehr auf der Bank hatten“, verdeutlichte Dominik Ruschin.
Als die Schlussphase begann, führten die Gäste mit 26:24. Durch beharrliches Gegenhalten hatten sie ein Spiel gedreht, das ungünstig für sie begonnen hatte: Bis zu vier Tore lag Giebelstadt in der ersten Halbzeit vorne. Geschickt verschoben die Gastgeber ihre Reihe am eigenen Kreis, um der wurfgewaltigen Mainfranken-Offensive um Denis Motscha kaum Gelegenheiten zum Abschluss zu bieten. Nachdem Motscha erst den Pfosten getroffen, aber erfolgreich nachgesetzt hatte, verkürzte Linksaußen Josh Schmitt mit der Pausensirene den Abstand auf nur zwei Tore. „Mitte der ersten Halbzeit hatten wir einen kleinen Bruch in unserem Spiel“, fand Michel.
Starke Giebelstadter Schlussphase
Obwohl Giebelstadts Johannes Ackermann mit zwei Alleingängen innerhalb von 20 Sekunden nach dem Seitenwechsel den Vorsprung der Hausherren zunächst einmal erhöhte, agierten die Gäste in dieser Phase weitaus zielstrebiger und verdienten sich erstmals mit 17:17 den Ausgleich. Noch gab Giebelstadt den Vorteil nicht aus der Hand, doch der unermüdlich rackernde Benno Gattenlöhner markierte mit seinem Tor zum 21:20 die Wende. In den folgenden Minuten behaupteten die Gäste bis zum besagten 26:24 sogar einen Vorsprung von zwei Toren.
Mit einer kleinen Drei-Tore-Serie zum 27:26, eine Seltenheit in dieser weitgehend ausgeglichenen und ebenso bis zum Schluss spannenden Partie, holte sich Giebelstadt gegen müde Mainfranken die Führung wieder zurück. Obwohl Motscha, einmal mehr erfolgreichster Torschütze bei den Gästen, am Ende noch einmal verkürzte, stellte Manuel Michels Tor zum 30:27 dreieinhalb Minuten vor Schluss die Entscheidung dar, da die Gäste in den verbleibenden Minuten keine Wurfgelegenheit mehr hatten und tatenlos mit ansehen mussten, wie ihnen Zeit davonlief.