Für Jonas Wirth sind aller guten Dinge zwei
Autor: Von unserem Mitarbeiter Andreas Stöckinger
, Freitag, 08. März 2013
Wenn Jonas Wirth auf seinen Weg als Fußballer blickt, kann er behaupten, zuletzt vieles richtig gemacht zu haben. Nach einer ersten Absage wechselt der 20-Jährige doch nach Abtswind – dort hat er sich auf Anhieb in der Stammelf etabliert.
Wenn Jonas Wirth auf seinen Weg als Fußballer blickt, kann er für die jüngere Vergangenheit behaupten, vieles richtig gemacht zu haben. Erst im vergangenen Sommer ist der 20-Jährige vom Bayernligisten FC Eintracht Bamberg zum Landesliga-Emporkömmling TSV Abtswind gewechselt – und dort hat er sich auf Anhieb einen Platz in der Mittelfeldzentrale erkämpft. „Es war mein Ziel, dass ich mich in Abtswind etabliere. Dass es gleich so laufen und ich jedes Spiel von Anfang an machen würde, das war aber nicht zu erwarten“, gibt Wirth zu.
Natürlich stand er auch letzte Woche bei dem aus Abtswinder Sicht unglücklichen Auftakt mit der Niederlage in Erlenbach auf dem (Kunst-)Rasen. Das 2:3 beim Tabellenführer sei vermeidbar gewesen, aber man brauche deshalb den Kopf nicht hängen zu lassen. Ganz leicht sei der Auftakt nach dem Winter mit viel Eis und Schnee und über lange Zeit schwierigen Trainingsbedingungen nicht gewesen, meint Wirth. Er sei „auf jeden Fall froh, dass es jetzt wieder los gegangen ist“.
Den Schritt nach Abtswind hat der aus Schlüsselfeld stammende Spieler nicht bereut. „Es ist familiärer. Vieles ist zwar eine Nummer kleiner, aber nicht unbedingt schlecht. Mir gefällt es dort“, sagt Wirth. Zudem sei beim einstigen Regionalliga-Klub in Bamberg auch längst nicht alles so rosig gewesen, wie man meinen möchte. In der C-Jugend war Wirth nach den Stationen Thüngfeld und Uehlfeld in die Domstadt gewechselt. Sechs Jahre spielte er schließlich für die Bamberger.
Als er sein letztes Jahr in der A-Jugend verbrachte, meldete der Verein Konkurs an. Etliche Spieler verließen danach zwar die Eintracht, für Jonas Wirth aber eröffnete sich die Chance. „Es war mein großes Glück, dass der Verein pleite war“, sagt er. Die Verantwortlichen trommelten aus den verbliebenen Akteuren und einigen Jugendspielern eine Mannschaft für die Bayernliga zusammen, zu der auch er gehörte.
Ein weiteres Jahr beim Nachwuchs wollte Wirth dort eh nicht mehr verbringen, und so sprang er als 18-Jähriger ins kalte Bayernliga-Wasser der Aktiven, um schwimmen zu lernen. Viel Erfahrung nahm er als Teenager damals mit, alles lief bestens. Wirth zählte zum Stamm, bis er sich am Ende der ersten Saison einen Bänderriss zuzog.
Zur neuen Runde wurde mehr und mehr die Ersatzbank sein Revier. Das behagte Jonas Wirth auf längere Sicht nicht. „Du trainierst unter der Woche, sitzt dann am Wochenende den ganzen Tag im Bus – und spielst am Ende nicht. Das war mir der ganze Aufwand nicht wert“, sagt er rückblickend.
Da traf die erneute Offerte aus dem Steigerwald vergangenes Jahr genau richtig ein. Zumal ja die Strecke von Wirths Wohnort Schlüsselfeld nach Abtswind sogar etwas kürzer ist als nach Bamberg. Im Jahr zuvor hatte Wirth die Anfrage von TSV-Manager Christoph Mix noch abgelehnt. Im Herbst 2010 dürften die Abtswinder auf ihn aufmerksam geworden sein, als sich Wirth mit den Bambergern im Pokal mit Ach und Krach 2:1 behauptete.
Abtswinds Trainer Jochen Seuling schätzt den lauf- und spielfreudigen Mittelfeldmann mit gutem Blick für die Situation auf dessen Lieblingsposition. Auch wenn Wirth bei einer Länge von 1,77 Metern nicht wie ein Kraftpaket daherkommt. „Der Sechser war schon immer meins, das habe ich auch in der Jugend gespielt“, sagt er. Torgefährlicher müsse er nur werden, sagt Wirth über einen Punkt, den es zu verbessern gilt. Zwei Treffer sind ihm bislang in der Runde gelungen, „das könnten mehr sein. Daran muss ich arbeiten“, sagt der Student selbstkritisch, der momentan an der Uni Erlangen im Fach Energietechnik büffelt.
In Abtswind sieht er die Möglichkeiten noch nicht ausgereizt. Immerhin besitze der üppige Spielerkader Potenzial für höhere Aufgaben. „Wir hatten zu Spitzenzeiten 26, 27 Mann beim Training, es herrscht ein guter Konkurrenzkampf.“ Den zweiten Tabellenplatz sieht Jonas Wirth noch in Reichweite – bei drei Punkten Rückstand auf Pettstadt sei alles drin. Für das Heimspiel an diesem Samstag ge-gen die DJK Unterspiesheim, derzeit nur Vorletzter in der Tabelle, ist nicht nur für Wirth klar: „Da muss ein Sieg her.“