Ein Saison-Höhepunkt steht den Kickers bevor. Die Reserve von Bayern München gastiert vor großer Kulisse. Ein besonderes Spiel - vor allem für Manuel Duhnke. Er trifft auf seine Vergangenheit und seinen Bruder Marius.
Würzburger Kickers - FC Bayern München II (Samstag, 14
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Uhr).Der Zeitpunkt scheint günstig. Sechs Spiele unbesiegt, messen sich die
Würzburger Kickers (7./26) mit der Reserve des FC Bayern München (3./32). Auch die von
Mehmet Scholl trainierten Gäste blieben zuletzt fünf Mal unbesiegt.
"Als der
Meisterschaftsfavorit sind sie gesetzt, obwohl sie ihre Probleme hatten und haben", fasst
Kickers-Trainer Dieter Wirsching seine Informationen zum prominenten Gegner zusammen.
"Sie haben kaum Schwächen und sind eine spielstarke Mannschaft, aber wir werden deshalb vor
ihnen nicht in Ehrfurcht erstarren. Wir befinden uns selbst in guter Form und wollen ihnen 90
Minuten lang Paroli bieten."
Während die großen Stars im kleinen
Bayern-Ensemble fehlen, doch fast alle Spieler die Jugend-Mannschaften des Deutschen
Fußball-Bundes durchlaufen haben, ist neben dem Vereinsnamen vor allem Trainer Mehmet Scholl
und Co-Trainer Gerd Müller die Attraktion der Gäste. Das zieht - mehr als 2000
Eintrittskarten setzten die Gastgeber im Vorverkauf ab.
"Das ist schon ein ganz
besonderes Spiel", sagt auch Kickers-Spieler Manuel Duhnke. "Wir haben nichts zu verlieren und
freuen uns auf das Spiel sowie die erwartete Kulisse." Der 25-Jährige stammt aus
Karlstadt, spielte in der Jugend bei Schweinfurt 05 und 1860 München, ehe er an die
Säbener Straße kam. "Dort hatte ich eine sehr interessante und lehrreiche Zeit, denn der
FC Bayern stellt sich noch einmal ganz anders auf als beispielsweise 1860.
Leider war diese Zeit für mich nicht so erfolgreich, wie ich es mir vorgestellt hatte", blickt
der offensive Mittelfeldspieler zurück.
Nach seiner dortigen Verabschiedung war er
ein halbes Jahr vereinslos, bevor er beim österreichischen Drittligisten USK Anif unterkam.
"Es gab Anfragen aus der dritten und vierten Liga, aber ich wollte nichts unterschreiben, von dem
ich nicht vollständig überzeugt war. Ich absolvierte auch Probetrainings in Bielefeld und
Wehen-Wiesbaden, bis ich über Thomas Linke das Angebot aus Österreich
erhielt", erzählt Duhnke. Seit Juli dieses Jahres spielt der Rechtsfuß nun wieder nahe
der Heimat bei den Würzburger Kickers - ein Wunschspieler von Dieter Wirsching.
"Der erste Kontakt kam beim Aufstiegsspiel gegen Aichach zustande.
Mich überzeugte das Gesamtpaket. Ich studiere Sportmanagement und möchte ins Berufsleben
einsteigen, das boten mir die Kickers an", beschreibt er die Gründe, auf das Angebot der
Rothosen einzugehen.
"Auch sportlich ist die neue Regionalliga sehr interessant.
Bei den Spielen sind zahlreiche Scouts vor Ort, die nach jungen Talenten Ausschau halten", sagt
Duhnke.
Ausschließen möchte er es nicht, dass es für ihn noch einmal
interessant wäre, falls ein höherklassiger Verein anfragt. Nicht nur aufgrund seiner
eigenen Erfahrung beim deutschen Rekordmeister sind die Spiele gegen den FC Bayern für Manuel
Duhnke die Saison-Höhepunkte.
Denn im Aufgebot der Gäste steht sein Bruder.
Auch Marius Duhnke startete seine fußballerische Karriere in Karlstadt.
Wie sein sechs Jahre älterer Bruder wechselte er zunächst zu Schweinfurt 05 und von dort
aus direkt in die U16 von Bayern München, wo er auch die weiteren Jahrgänge durchlief.
Seit dieser Saison spielt mit der U23 auch in der Regionalliga. "Nachdem er wieder fit ist, glaube
ich schon, dass er auf jeden Fall dabei ist und vielleicht sogar gegen uns wieder zum Einsatz
kommt", hofft Manuel, dass es erstmals zum sportlichen Messen mit Marius kommt - bislang fanden
solche Duelle nur außer Konkurrenz auf dem Bolzplatz in Karlstadt statt.
Das
Aufeinandertreffen lässt sich daher auch Vater Harald Duhnke nicht entgehen: "Wir freuen uns
sehr auf dieses Spiel. In den letzten Jahren mussten wir meist sehr weit fahren, um einen unserer
beiden Söhne spielen zu sehen.
Am Samstag treffen sie fast vor unserer
Haustür aufeinander", sagt er. Das derzeit erfolgreiche Abschneiden der Kickers beurteilt
Manuel Duhnke als Resultat einer vollzogenen Teambildung: "Wichtig war, dass wir alle an einem
Strang ziehen. Jeder stellt das Team über eigene Interessen." Dass die Kickers
regionalligatauglich seien, stand für ihn von Anfang an außer Zweifel: "Alle Spieler
haben das Niveau, in dieser Liga zu spielen. Wir zeigten schon in den ersten Spielen, dass wir
mithalten können. Mittlerweile haben wir uns auch stabilisiert. Wenn wir jetzt noch die Anzahl
der Gegentore verringern, sieht es für uns gut aus."
Am aktuellen Abschneiden
trägt der Mittelfeldspieler laut seinem Trainer einen nicht gerade geringen Anteil: "Manuel
ist ein feiner, ruhiger Kerl, der den notwendigen Ehrgeiz für die Sache mitbringt.
Er etablierte sich bei uns als absoluter Führungsspieler."