Druckartikel: Die Leidenszeit ist beendet

Die Leidenszeit ist beendet


Autor: Andreas Stöckinger

Schwarzach am Main, Freitag, 10. März 2017

Auf eine tolle Zeit in Dettelbach blickt der Schwarzacher Franz Döring. Doch die wird er im Spitzenspiel gegen seinen Ex-Verein zumindest für 90 Minuten vergessen.
Über ein Jahr musste Franz Döring auf das Fußballspielen verzichten. Auch beim Hinspiel gegen Dettelbach fehlte er. Dementsprechend heiß ist er auf das Spitzenspiel Kreisliga Würzburg.


Haargenau in der Mitte, also genau zwischen Stadtschwarzach und Dettelbach, befindet sich Franz Döring. Jedenfalls geografisch. Der 26-jährige Fußballer des SC Schwarzach stammt aus und wohnt in Schwarzenau. Er arbeitet in Dettelbach und spielte zuletzt auch fast zehn Jahre dort. Kein Wunder, dass er besonders dem sonntäglichen Derby und Gipfeltreffen zwischen dem SC Schwarzach und Dettelbach und Ortsteile entgegen fiebert, zumal er in der Vorrunde noch verletzt zusehen musste. „Ich freue mich riesig darauf. Im Hinspiel stand ich nur an der Seitenlinie, und jetzt bin ich endlich wieder dabei“, schaut er der brisanten Partie in Stadtschwarzach entgegen. Aufsteiger SC Schwarzach liegt aktuell auf Platz eins mit drei Zählern Vorsprung auf die Dettelbacher.

Seit Mitte Oktober kann Franz Döring wieder mitspielen. Er hofft, dass seine Leidenszeit nach zwei Knieoperationen und über einem Jahr Pause vorbei ist. Wie viele andere der „verlorenen Söhne“ kehrte auch Döring im Sommer 2015 zurück zum Heimatverein nach Schwarzach, von wo er einst in der B-Jugend in Richtung Dettelbach zog. Schöne Zeiten habe er dort mitgemacht. „Ich durfte als A-Jugendlicher damals bei Udo Romeis schon in der Ersten mitspielen.“ Döring gehörte zur Aufstiegsmannschaft, die 2010 den Sprung in die Kreisliga schaffte.

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Überzeugendes Konzept

Nach Schwarzach zog es ihn erst dann zurück, als der Verein einen neuen Aufbruch wagte. Als Dörings Kumpels wie Bernd Keilholz zurück kamen, und auch noch Wolfgang Schneider als Trainer feststand, „da war ich einfach nur gespannt. Das Konzept, das sie damals vorstellten, hat mich überzeugt“, erzählt Franz Döring. Sein älterer Bruder Oliver blieb dagegen beim TSV Abtswind, wo er jedoch wegen einer langwierigen Verletzung seit einiger Zeit aussetzen muss.

Schwarzach startete mit den Rückkehrern durch. Gleich im ersten Jahr holte der nun um die SpVgg Münsterschwarzach ergänzte Zusammenschluss vom SV-DJK-Schwarzenau und dem SV Stadtschwarzach den Titel in der Kreisklasse. Ganze sechs Spiele absolvierte Döring in der Meistersaison, ehe ihn das Knie stoppte. Über ein Jahr musste er pausieren – eine harte Zeit für den jungen Fußballer. Noch heute wähnt er sich nicht bei einhundert Prozent. Die Kondition sei okay, an Spielpraxis mangele es jedoch. „Ich bin längst nicht da, wo ich sein will. Bei mir ist noch Luft nach oben“, gibt der Offensivmann selbstkritisch zu.

Für seine Mannschaft gelte das ebenso. Es fehle vielleicht etwas an Erfahrung, an Konstanz, aber: „Man hat ja in der Vorrunde schon zum Teil gesehen, was die Jungs drauf haben. Es hätte keiner gedacht, dass wir gleich ganz vorne stehen.“ Jetzt würde Döring Platz eins gerne bis zum Rundenende behalten, auch wenn es zum Auftakt nach dem Winter einen Rückschlag gab.

Bei der enttäuschenden 0:1-Niederlage beim Letzten in Margetshöchheim stand Franz Döring vergangene Woche mit auf dem Feld. Natürlich sei das ärgerlich gewesen, gerade nach dem Rückstand zu Beginn der zweiten Halbzeit sei nicht mehr viel zusammen gegangen. Die Schwarzacher Himmelsstürmer rieben sich zu sehr in Einzelaktionen und Diskussionen auf.

War das 0:1 ein Warnschuss zur rechten Zeit für die Partie gegen Dettelbach? „Ja“, sagt Döring und hofft nun auf die Reaktion. „Jetzt sind wir hellwach und fokussiert. Das wird eine ganz andere Stimmung, ein Derby, da kocht es über. Jeder ist heiß auf das Spiel.“

Über seinen Ex-Verein Dettelbach ist Franz Döring nach wie vor bestens informiert. Er weiß, dass dort aktuell mit Johannes Dorsch, Moritz Hirth, Marcel Geitz und jetzt auch noch Marvin Eigner gleich vier Mann mit Knieverletzungen fehlen. Zudem tauscht er sich nahezu täglich mit DuO-Angreifer Julian Deinlein aus, der in der gleichen Firma wie Döring arbeitet. Auf dem Spielfeld werden sich die Wege der beiden wegen ihrer offensiven Positionen wohl selten kreuzen. „Und wenn, dann werde ich alles Nötige machen, um ihn zu stoppen“, schmunzelt er. Am liebsten wäre Döring, wenn Schwarzach und Dettelbach aufsteigen würden. Da reden jedoch noch andere mit, wie Reichenberg, Sulzfeld oder auch Gramschatz und Eibelstadt. Die besten Karten besitzt im Moment aber Franz Dörings SC Schwarzach.