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Das Dilemma des Peter Link


Autor: Andreas Stöckinger

Schwarzach am Main, Freitag, 11. November 2016

Dem Schwarzacher liegen Fußball und Volleyball gleichermaßen. Im Zweifel aber hat sich Peter Link festgelegt, was denn nun Vorrang bei ihm genießt.
So ganz schlüssig ist sich Peter Link nicht. Derzeit hat Fußball bei ihm im Zweifel Priorität.


Vielleicht wird Peter Links Problem ja diesmal von oben gelöst. An diesem Sonntag nämlich steckt der 23-Jährige mal wieder im Dilemma. Link könnte in der Volleyball-Bayernliga für den VfL Volkach aufschlagen, er könnte aber auch für die Fußballer des SC Schwarzach gegen den FC Eibelstadt antreten. Zwei Mannschaften, zwei Sportarten, und Link ist hin- und hergerissen, weil er in beiden Teams einen guten Stand hat und beide dummerweise mal wieder am gleichen Tag zur fast gleichen Zeit spielen.

Die Entscheidung könnte ihm an diesem Wochenende das Wetter abnehmen. „Wird Fußball abgesagt“, so stellt er fest, „dann könnte ich noch zum Volleyball.“ Fällt beides zusammen, hat Link dem Fußball in diesem Jahr Priorität eingeräumt. Nicht ganz einfach ist der regelmäßige Spagat für den gut 1,90 Meter großen Studenten der Wirtschaftsmathematik, denn in allen beiden seiner Lieblingsdisziplinen läuft es derzeit richtig rund.

Sowohl die Volkacher als auch der SC Schwarzach sind Tabellenführer ihrer Spielklassen. Völlig überraschend sei beides nicht für ihn, „wenn, dann eher Schwarzach. Ich hatte erwartet, dass wir uns eher nach oben orientieren würden als nach unten. Aber dass wir nach der Vorrunde ganz oben stehen, das ist schon ein Ding“, sagt der Schwarzacher.

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Wo die Gründe für den aktuellen Erfolg beider Teams liegen? Peter Link hat da so seine Erklärung. Im Volleyball zahle sich jetzt aus, dass Volkach seit einigen Jahren in der annähernd selben Besetzung aufläuft. „Wir sind eingespielt. Dazu ist unser Zuspieler Sebastian Schraml wieder fit.“ Beim Fußball passe in Schwarzach derzeit beinahe alles. „Ein super Trainer, ein klasse Umfeld, die Bedingungen sind hervorragend. Die Truppe hat Spaß, viel im Training zu arbeiten.“ Er könne sich vorstellen, dass am Saisonende Volkachs Volleyballer wie auch Schwarzachs Fußballer ganz vorne stehen.

Der Reiz am Volleyball

Bis dahin ist noch etwas Zeit. Peter Link hat sich erst zu dieser Runde dazu entschlossen, Fußball den Vorzug gegenüber dem Volleyball einzuräumen. Beides spielt er quasi von klein auf, Volleyball wurde ihm durch den Vater und seine Schwester näher gebracht. Fußball lag in Stadtschwarzach ohnehin ganz nah – dort wohnt er. In beiden Sportarten zeigte sich Links Talent. Als Jugendlicher spielte er eine Zeit lang für die Fußballer des FC Schweinfurt 05.

Beim Volleyball schaffte er es noch viel höher hinaus. Nach den Anfängen in Volkach ging er als Aktiver in die unterfränkische Volleyball-Hochburg nach Eltmann.

Ein Versuch auf diesem Niveau reizte ihn, „weil ich das Potenzial sah, dort mitspielen zu können. Ich blieb drei Jahre, spielte zweite und dritte Bundesliga. Eine super Zeit, da habe ich nichts vermisst“, sagt er. Gleichzeitig noch Fußball zu spielen ging damals natürlich nicht.

Irgendwann war ihm der Aufwand in Eltmann zu viel. Viermal Training die Woche plus Spiel am Wochenende, 45 Minuten einfache Fahrt – das sei zwar als Student gerade so machbar gewesen. „Im letzten Jahr in Eltmann hatte ich aber Probleme mit der Schulter“, schildert er. Das große Geld werde er im Volleyball eh nicht verdienen, also entschloss sich Link vergangenes Jahr zum Schritt zurück nach Volkach, wo er einen Großteil der früheren Mitspieler traf. Jetzt ließ sich auch das mit Fußball wieder arrangieren.

Überhaupt hält er die beiden Disziplinen für „eine sehr gute Kombination, weil sie sich bei ihren Spielzeiten fast nicht überschneiden. Wenn beim Fußball Winterpause ist, passt Volleyball genau rein. Das Blöde ist die Vorbereitung. Die überschneidet sich.“

Einer, der gerne angreift

Was ihn am jeweiligen Sport fasziniere? „Beide haben etwas für sich. Volleyball ist deutlich familiärer. Da kennt man seine Gegner, das sind oft über Jahre die selben Gesichter.“ Im Fußball liegt der Reiz für Link darin, „zu schauen, wie weit es bei mir und in Schwarzach nach oben geht. Wir wissen noch nicht, wie gut wir sein können, wenn wir das Potenzial ausschöpfen.“

Sowohl beim Fußball als auch im Volleyball, ist Peter Link der offensive Spielertyp, einer, der gerne angreift. Mittelstürmer oder auf der Zehn, das sei seine Lieblingsrolle mit dem Fuß. Beim Volleyball schmettert er gerne als Außenangreifer, um die Punkte zu machen. Link weiß, dass er sich irgendwann wohl wieder für dies oder jenes wird entscheiden müssen, womöglich schon bald, wenn beide aufsteigen sollten. „Im Moment mache ich mir da keine Gedanken, weil es gut läuft.“