Druckartikel: Aufstehen vom Boden der Tatsachen

Aufstehen vom Boden der Tatsachen


Autor: Von unserem Mitarbeiter Andreas Stöckinger

Iphofen, Freitag, 23. Sept. 2016

Erstaunlich schnell hat sich Absteiger Iphofen in neuer Umgebung eingelebt. Trainer Most erklärt, wie es überhaupt so weit nach unten hat gehen können.
Elmar Pfost will mit dem FC Iphofen wieder in die Kreisklasse zurück.


Der FC Iphofen in der A-Klasse – an diese sportliche Tatsache mussten sich viele in diesem Sommer erst einmal gewöhnen. „Nun ja, ganz überraschend ist das nicht gewesen“, sagt Trainer Elmar Most, der vergangenen Winter dort in größter Not eingestiegen war. Eher eine „schleichende Entwicklung“ sei das Ganze gewesen, die sich spätestens in der letzten Rückrunde bereits abzeichnete. Jetzt steht Iphofen im neuen Revier ganz vorne und muss bereits an diesem Samstag beim Ortsnachbarn in Markt Einersheim antreten.

In der neuen Umgebung hat sich der FC Iphofen schnell zurecht gefunden. Dabei war Trainer Most mit Vorsicht an das Ganze herangegangen. Es sei schwierig gewesen, die Liga und auch seine Kicker einzuschätzen. Zudem stecke man eben nicht drin, wie schnell eine Mannschaft einen Abstieg verkrafte. Was war und warum es so gekommen ist, darüber gibt es viele Meinungen. Generell habe die Weiterentwicklung des Vereins irgendwann stagniert, so Most. Dem habe man nicht entgegengewirkt. Er weist auch darauf hin, dass in der jüngeren Vergangenheit Spieler aufhörten, die auf Dauer nicht zu ersetzen gewesen seien, und führt als Beispiel Sebastian Klinger an oder Benedikt Jandl, der zu Bayern Kitzingen gewechselt ist.

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Aber Lamentieren helfe nicht. „Die Situation ist so, wie sie ist. Wir versuchen, das Beste daraus zu machen.“ Das wäre natürlich eine Rückkehr in die Kreisklasse, eine Liga, die Elmar Most als ideal für den FC Iphofen ansieht. „Das ist eine sehr interessante Klasse. Da hast du noch Derbys, anders als in der Kreisliga, wo der Gegner häufig nur fünf Zuschauer mitbringt. Es ist etwas ganz anderes, wenn du gegen Mannschaften wie Willanzheim oder jetzt Mainbernheim spielst. Das wollen die Leute sehen“, glaubt er.

Ein guter Kreisklasse-Verein zu sein, habe schon seinen Reiz. Als Ziel habe man deswegen vor der Runde auch ausgegeben, um den Aufstieg zu spielen. Weiter nach oben zu schielen hält Most in der jetzigen Lage für nicht angebracht. Aktuell stelle er schon fest, dass zuletzt auch wieder mehr Zuschauer zum FC kämen.

Der Abstieg habe in manchen Bereichen auch sein Gutes. Vielleicht, so mutmaßt der Trainer, sei auch der eine oder andere Kicker aufgewacht, als er auf dem Boden der A-Klassen-Realität gelandet war. Bereits zur Vorbereitung seien die Spieler eifrig zum Training gekommen. Der Schwung halte an. Auch die Zuschauer entdeckten den FC Iphofen so langsam wieder.

Schließlich gibt es wieder Erfolgserlebnisse. Es gebe Siege zu feiern, was umso wichtiger sei. Denn mit dem Gewinnen wachse das Selbstvertrauen immer, sagt Most. „Dann läuft eben einiges leichter.“ Dem einen oder anderen Akteur tue es zudem gut, dass er nun mehr Einsatzzeit erhalte.

Verbessert hat sich der FC Iphofen auch personell. In Lukas Weigand ist wieder einer vom Typ richtiger Stürmer ins Aufgebot zurückgekehrt, der im Vorjahr gefehlt habe. Christoph Weigand spielt ebenfalls wieder. In Oliver Iff bekam Iphofen einen erfahrenen Neuzugang aus Eisenheim.

Bisher konnte den Iphöfern trotz manchen knappen Resultats – 2:1 gegen Dettelbach II, 2:0 bei Schwarzachs Reserve – kaum ein Gegner so richtig gefährlich werden. „Gegen Dettelbach haben wir anfangs etwas gebraucht. Das war ein Gegner, der uns gefordert hat. Schwarzach war eine klare Angelegenheit, da haben wir nur zu viele Torchancen ausgelassen“, sagt Most im Blick zurück.

Von der Spielweise hat sich der FC Iphofen so langsam daran gewöhnt, dass sich die Gegner erst einmal hinten einigeln und dem FC das Spiel überlassen. „Du musst versuchen, den Gegner müde zu bekommen, Geduld haben. Gegen uns lauern alle auf Konter“, weiß der Trainer.

Most ist gespannt, wie der SV Markt Einersheim die Iphöfer erwartet. Der Rivale hat seine letzten drei Partien ebenso gewonnen und liegt auf Rang vier, „was sicher ein interessantes Spiel verspricht“, so Elmar Most. „Derby hin oder her, wenn du sechs Spiele in Folge gewinnst, ist der Gegner immer heiß darauf, dich als Erstes zu schlagen.“ Darauf will sich Iphofen weiterhin einstellen.