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SPD betrachtet Situation des Handwerks im Landkreis


Autor: stö

Kitzingen, Donnerstag, 03. November 2016

Zum Wirtschaftsdialog hat die SPD-Landtagsfraktion nach Kitzingen eingeladen und diskutierte mit den Handwerkern.
SPD-Wirtschaftsdialog in Kitzingen: Robert Finster (von links), Volkmar Halbleib, Michael Bissert, Annette Karl, Markus Hümpfer, Astrid Glos und Artur Steinmann aus den Reihen der Sozialdemokraten und der regionalen Wirtschaft beteiligten sich daran.


Das Handwerk im Kreis Kitzingen stehe auf festen Füßen, wird aber von der Sorge um ausreichenden Nachwuchs umgetrieben. Das war das Ergebnis des Wirtschaftsdialogs der SPD-Landtagsfraktion, zu der Abgeordneter Volkmar Halbleib (Ochsenfurt) in den Bayerischen Hof in Kitzingen eingeladen hatte, wie der Mitteilung an die Presse zu entnehmen ist.

Kreishandwerksmeister Michael Bissert habe dem Handwerk in der Kitzinger Region „goldenen Boden“ attestiert. Von 1311 Betrieben im Landkreis Kitzingen seien 93 Prozent mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. Mit 570 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2015 stelle das Handwerk ein wichtiges Standbein der regionalen Wirtschaft dar.

Die wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Annette Karl (Neustadt an der Waldnaab) ging auf den Fachkräftemangel und die Situation der Ausbildung ein. „17,2 Prozent der Lehrstellen im bayerischen Handwerk sind nicht besetzt.

Um für junge Menschen attraktiver zu werden, müssen familienfreundliche Ausbildungsbedingungen geschaffen und berufliche mit schulischer Bildung gleichgesetzt werden“, wird Anette Karl in der Mitteilung zitiert. Der Meisterbrief, so fordert es die SPD, solle mit dem Masterabschluss gleichgesetzt werden. Außerdem sollen berufliche Praktiken mehr in den Schulunterricht eingebaut werden, vor allem in Gymnasien.

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Der stellvertretende Kitzinger Landrat Robert Finster forderte mehr staatliche Unterstützung für die Konversion in Kitzingen, um die regionale Wirtschaft zu stärken. „Allein mit der Verlagerung des Staatsarchivs dürfen wir uns nicht abspeisen lassen“, so Finster. Für eine Mindestausbildungsvergütung für Lehrlinge, um dem Fachkräftemangel und der fehlenden Attraktivität mancher Berufe entgegenzuwirken, trat der Bundestagskandidat für den Stimmkreis Kitzingen/Schweinfurt, Markus Hümpfer (Schonungen), ein.

Der Präsident des Fränkischen Weinbauverbands, Artur Steinmann, und der Vorsitzende des Bundes der Selbstständigen in Kitzingen, Harald Müller lobten laut Pressenotiz „den guten Dialog zwischen Wirtschaft und SPD“. Steinmann kritisierte, dass nach wie vor sechs Prozent der jungen Menschen ohne Abschluss die Schule verlassen: „Da muss mehr getan werden.“ Als ein Hauptproblem des Handwerks und des Mittelstandes sieht er die zunehmende Bürokratie in allen Bereichen an, einer Einschätzung, der sich auch andere Unternehmer beim Wirtschaftsdialog anschlossen.

Angesprochen wurde auch die Eingliederung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Stadt- und Kreisrätin Astrid Glos (Kitzingen) sah darin die „beste Möglichkeit für funktionierende Integration.“ Von Unternehmern wurde aber darauf hingewiesen, dass hierfür sowohl bürokratische Hemmnisse abgebaut wie auch die Sprachvermittlung früher und konsequenter einsetzen müsse.