Isabel Witt macht ein Jahr als Sickershäuser Weinhoheit weiter. Diese frohe Botschaft verkündigte der Kitzinger Oberbürgermeister Siegfried Müller zum Beginn des Sickershäuser Kirchweihumzugs am Sonntag. Eingerahmt von weiteren Weinhoheiten aus dem Weinlandkreis und von kleinen Blumenmädchen dankten Müller und die Ortsprecherin Anni Schlötter Isabel für ihren Einsatz.
"In meinem ersten Jahr hatte ich viele wunderbare Erlebnisse mit vielen Prominenten, die ich nicht missen möchte", meinte Isabel und betonte, dass sie gerne noch einmal den Ort repräsentiere.
Angeführt von der Polizei setzte sich der Zug mit seinen 24 geschmückten Wagen und Fußgruppen in Bewegung. Den vielen Besuchern, die sich am Straßenrand versammelt hatten, wurde ein Querschnitt, was im letzten Jahr in Sickershausen so alles passiert ist, gezeigt.


Ein Prediger ohne Pferd


Vorneweg marschierten die "Schild- und Schnitthappla-Träger." Mit dabei waren unter anderem Weinprinzessin Isabel Witt mit Kolleginnen. Hofrat Walter Vierrether musste heuer wegen einer Grippe passen, dafür war aber wieder Kirchweihprediger Rene Beer dabei.
Er saß diesmal nicht auf einem Pferd - "das hat im letzten Jahr zwei Mal versucht, mich runter zu schmeißen", berichtete er - sondern in einem Storchennest, das von einem Traktor getragen wurde. An den üblichen Stationen trug er seine bekannten Ständerli vor.
Mit dabei waren auch die SVS-Fußballdamen, die ihr Sommermärchen mit dem Aufstieg in die Bezirksliga feierten, sowie ein Bremserexpress. Viel Arbeit und Spaß hatten die Burschen beim Ausgraben der Kerm in der Schillerstraße.

Jede Megen Jubiläen


30 Jahre hat die Jugendvereinigung Storchenbrünnla auf dem Buckel, 20 Jahre der Kartverein und 20 Jahre der Gospelchor. Musikalisch begleitet wurde der Umzug durch die Musikkapelle Wiesenbronn und den Kolpingspielmannzug.
An der Festhalle an der Sicker ließ Kirchweihprediger Rene Beer noch mal so richtig Dampf ab. In seiner Predigt bekamen viele ihr Fett weg. Zur Sprache kamen die ewig dauernde Suche nach Kandidaten für den Kirchenvorstand, der Gesangverein, der sich neu positioniert hat, das einseitige Halteverbot in der Marktgrafenstraße, die Schranke im Wiesenweg, die neuen Bauplätze oder ein Känguru auf Abwegen. Zum Schluss verkündigte Kirchweihprediger Rene Beer voller Stolz, dass heuer die 92. Schnitthapples-Kerm mit Umzug ist und gleichzeitig das 265. Kirchweihfest, das 50. Schubkarren-Rennen und die zehnten Dorfmeisterschaften stattfinden.