Von der Baumartenvielfalt im Seinsheimer Wald zeigte sich Michael Grimm, neuer Abteilungsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen, begeistert. "Es ist ein schöner Wald, mit dem man die Zukunft meistern kann." Die Zukunft, das heißt, man muss auf Baumarten setzen, die höhere Temperaturen und Trockenheit vertragen. Kiefer und Fichte sind das nicht.

Revierleiter Achim Volkamer stellte dem Seinsheimer Marktgemeinderat den Jahresbetriebsplan Wald für 2022 vor. Auf der Ebene des Kunigundenwaldes könne anschließend an die Hiebsfläche wieder Brennholz bereitgestellt werden. Volkamer meinte, dass man vor allem absterbende Eschen und Eichen schlagen sollte.

Kleine Bäumchen sind gut angewachsen

Vorgesehen sind dann laut Volkamer Neuanpflanzungen auf der Hiebsfläche des Kunigundenwaldes und im Iffigheimer Mittelwald. Gepflanzt werden sollen wie bisher Vogelkirsche, Spitzahorn, Elsbeere, Esskastanie, Speierling, Flatterulme, Traubeneiche, Roteiche, Weißtanne und Walnuss. In diesem Jahr seien aufgrund der feuchten Witterung die kleinen Bäumchen sehr gut angewachsen. Allerdings sei aufgrund der ebenfalls üppig wachsenden Konkurrenzvegetation ein kostenintensives Ausgrasen nötig gewesen. Der Erhalt von Biotopbäumen und das Belassen von Totholz im Wald seien über das Vertragsnaturschutzprogramm Wald mit rund 15 600 Euro gefördert worden.

Volkamer riet aufgrund der gestiegenen Holzpreise zu einer starken Durchforstung der Fichten- und Douglasienbestände bei Wässerndorf und der Kiefernbestände bei Iffigheim und eventuell Seinsheim. Aufgrund der Hitze und Trockenheit kränkelnden diese Bäume auf ihren jeweiligen Standorten. Anschließend sollte man den Wald rasch umbauen, hin zu möglichst robusten Mischwäldern. Denn im Geiselwinder Raum sterbe die Fichte flächig, im Großlangheimer Raum sei vor allem die Kiefer betroffen.

Auf die Nachfrage von Marktgemeinderat Gerald Hell, ob man bei der Naturverjüngung auch Kiefer und Fichte berücksichtige, um weiterhin eine Mischung zu haben, verneinte Volkamer, denn so schnell könnten diese Nadelbaumarten nicht auf das sich verändernde Klima reagieren. Mit Douglasie und Weißtanne würden aber weiterhin Nadelbäume im Wald stehen.

Weg zum Kapellberg soll repariert werden

Die Fläche am Andreas-Därr-Turm sprach Stephan Jamm an. Damit dort die Stockschläge wieder hochkämen, müsse das Areal eingezäunt werden. Das müsse auch bei den Neuanpflanzungen geschehen, blickt Volkamer auf 2022. Auch der Weg zum Kapellberg soll repariert werden. Vorgesehen sind ebenso Stockhiebe durch die Rechtler von Iffigheim und Wässerndorf. Stellt man Neuanpflanzungen und Pflege dem Holzverkauf und den Fördergeldern gegenüber, so bleibt laut Plan der Gemeinde für 2022 ein Gewinn in Höhe von rund 8700 Euro übrig.

Nicht nur der Wald soll zukunftsfähig gemacht werden, auch gegen Starkregenereignisse will sich die Gemeinde wappnen. So im Ortsteil Tiefenstockheim. Hier könnte man gewisse Barrieren schaffen, die verhinderten, dass das Wasser gerade hinunterfließt, deutete Bürgermeisterin Ruth Albrecht an. Demnächst werde eine Ortsbegehung an den neuralgischen Punkten stattfinden. Dabei werde ausgelotet, ob über ein "boden:ständig-Projekt", eine Initiative der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung, eine Lösung gefunden werden kann.