Seelsorge von Mensch zu Mensch
Autor: Elli Stühler
Kitzingen, Dienstag, 27. Februar 2018
Mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Stadtkirche begann die Synode des evangelisch-lutherischen Dekanats Kitzingen.
Mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Stadtkirche begann die Synode des evangelisch-lutherischen Dekanats Kitzingen.
Die Mitglieder der Dekanatssynode aus allen Gemeinden trafen sich anschließend im Paul-Eber-Haus. An mehreren Stationen wurden verschiedene Formen und Arbeitsfelder der Seelsorge vorgestellt und besprochen.
Kirchenvorsteher wünschen sich Seelsorge – doch Pfarrerinnen und Pfarrer hätten wegen zu viel Verwaltungsarbeit in ihren Gemeinden zu wenig Zeit für die Seelsorge. „Seelsorge ist heute für viele ein fremdes Wort geworden – eine Sonderwelt oder eine Sprache aus der Antike“, stellte der Referent Pfarrer Martin Renger von der Krankenhausseelsorge in Würzburg fest. Die evangelische Kirche in Deutschland würde diese Aufgabe ernst nehmen. Sie beauftrage ihre Seelsorger, unabhängig von Konfessionszugehörigkeit andere Menschen unentgeltlich zu unterstützen und zu begleiten, Lösungswege in seelischen Krisen anzuzeigen und ihnen Trost und Hoffnung zu spenden.
Auf Zwischentöne lauschen
Menschen im Krankenhaus seien in besonderer Weise auf Seelsorge angewiesen. Der Seelsorger besuche den Patienten, um seinen Schmerz zu hören oder auf die Zwischentöne zu lauschen – ohne Bevormundung und mit erkennbarer theologischer Position, zur Stärkung in Lebens- und Glaubensgewissheit.
Wöchentlich findet im Klinikum Kitzinger Land donnerstags um 16 Uhr ein evangelischer Gottesdienst statt. Die Gemeindepfarrer besuchen nach Möglichkeit ihre Gemeindemitglieder selbst.
Pfarrer Oppelt von der evangelischen Stadtkirche ist wöchentlich einen halben Tag in der Klinik Kitzinger Land, während Pater Isaak von der katholischen Kirche an mehreren Tagen in der Klinik ist und in dringenden Fällen auch zu evangelischen Patienten gerufen wird. Dabei wird, wie auch sonst in der Notfallseelsorge, Ökumene ganz selbstverständlich praktiziert.
Weiter besteht ein seelsorgerlicher Rufdienst über ein Handy. Gegenwärtig gibt es Überlegungen, diesen seelsorgerischen Rufdienst künftig ökumenisch zu besetzen.