Druckartikel: Sechs Ehrungen und ein Rauswurf

Sechs Ehrungen und ein Rauswurf


Autor: tle

Nenzenheim, Sonntag, 21. Februar 2016

1969: Der erste Mensch landet auf dem Mond, Willy Brandt wird Bundeskanzler – und Georg Krämer tritt in die Feuerwehr Nenzenheim ein. Jetzt ist aus Altersgründen Schluss.
Einmal Feuerwehr, immer Feuerwehr: Landrätin Tamara Bischof (links) und Kreisbrandinspektor Günter Wilhelm (hinten rechts) ehrten (von links) Reinhard Wolf, Roland Kolerus, Arnold Hahn, Kommandant Bernhard Hirsch, Günter Kahl, Manfred Nehmeier und Georg Krämer.


1969: Der erste Mensch landet auf dem Mond, das Woodstock-Festival findet statt, Willy Brandt wird Bundeskanzler – und Georg Krämer tritt in die Feuerwehr Nenzenheim ein. Letzteres Ereignis ist freilich weitaus weniger historisch als die drei zuvor.

Dennoch: 47 Jahre ehrenamtliches Engagement in einer Wehr auf dem Dorf, das ist eine Leistung. Und weil mit 63 Jahren aus versicherungstechnischen Gründen Schluss ist, wurde Krämer in der zweitgrößten Wehr in Iphofen „hinaus geworfen“.

Doch diese Altershürde wird demnächst falle, denn der demografische Wandel macht auch vor dem Feuerwehrgesetz nicht Halt. Kreisbrandinspektor Günter Wilhelm erklärte, dass im Zuge einer Novellierung das Austrittsalter aus der aktiven Wehr erhöht wird. Dann könne er auch theoretisch auch Kameraden für 50 Jahre Dienst ehren, allerdings ende seine Zeit als Offizieller altersbedingt vorher.

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Immerhin hatten Kreisbrandinspektor Wilhelm und Landrätin Tamara Bischof für vier Nenzenheimer Feuerwehrler Ehrenzeichen und Urkunden dabei: Arnold Hahn, Günter Kahl, Manfred Nehmeier und Reinhard Wolf erhielten die Auszeichnung für 40 Jahre als Aktiver, dazu eine geschnitzte Ehrentafel vom Verein. Das bayerische Innenministerium spendiert dazu einen einwöchigen Aufenthalt im Freizeit- und Erholungszentrum der Feuerwehren in Bayerisch Gmain. Wie Bürgermeister Josef Mend ergänzte, sponsert die Stadt dazu den Aufenthalt für die Partnerin beziehungsweise den Partner.

Geehrt wurden im „Feierwehrsaal“ zudem Kommandant Bernhard Hirsch und Roland Kolerus für 25 Jahre Dienst als Nenzenheimer Floriansjünger.

Marathon der Landrätin

Für die Landrätin war die Ehrung in Nenzenheim Teil eins eines Dreier-Marathons bei Feuerwehren an diesem Abend. Bischof lobte an der Nenzenheimer Wehr nicht nur deren Einsatzbereitschaft, sondern auch die Feierkultur und erinnerte sich, hier im Saal die beste Currywurst gegessen zu haben.

Bürgermeister Mend freute sich, dass die Zusammenarbeit der Wehren der Iphöfer Stadtteile so funktioniere, was auch Stefan Melber von der Iphöfer Stützpunktfeuerwehr unterstrich. Kreisbrandinspektor Günter Wilhelm beklagte den Verwaltungsaufwand in der Zusammenarbeit mit der Regierung, beispielsweise beim Erstellen von Bedarfsplänen.

Kommandant Bernhard Hirsch berichtete, dass die Nenzenheimer zu sechs Einsätzen im Jahr 2015 alarmiert wurden. Zwei Mal ging es wirklich zum Löschen, ein Mal stand eine Tierrettung an – und drei Fehlalarme standen auch zu Buche.

Jugendwart Thomas Rauh freute sich über zehn Jugendliche, die der Nenzenheimer Wehr die Zukunft sichern sollen. Als stellvertretenden Jugendwart benannte Hirsch Patrick Bach. Anfang September soll ein Jugendaktionstag mit Grillen stattfinden, um die Jugend aus dem Dorf für die Feuerwehr zu interessieren.

Von den ausgewogenen Finanzen und Anschaffungen berichtete Kassier Otmar Hassold. Auf einer solchen hatten die Mitglieder im „Feierwehrsaal“ Platz genommen: die neuen Sitzkissen.

Vorsitzender Stefan Löslein blickte auf das Feuerwehrjahr. Die Wehr beteiligt sich mit einer Abordnung am Iphöfer Stadtfest zum 1275-jährigen Jubiläum, an der Blutskirche werden sich die Nenzenheimer Vereine präsentieren und auch teils für die Bewirtung sorgen. Weitere geplant Termine sind die Übertragungen der Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft im „Feierwehrsaal“, ein Ausflug an den Brombachsee am 3. Juli sowie das Open-Air mit dem Duo Le.cker am 23. Juli.