Mit vielen Themen beschäftigte sich der Rödelseer Gemeinderat bei seiner Sommersitzung im großen Saal des Schlosses auf dem Schwanberg. Diese reichten von den eigenen Baustellen über die Dorferneuerung bis zum neuen Fahrzeug für die Feuerwehr.

Doch vor dem Abarbeiten der umfangreichen Tagesordnung hielt der Gemeinderat inne und gedachte Dr. Friederike Popp. Die Fachärztin für Allgemeinmedizin im mittelfränkischen Röttenbach, die sich stark in der Flüchtlingshilfe in Eckental engagierte, war am 12. Juli im Alter von nur 59 Jahren plötzlich und unerwartet gestorben. Mit dem Schwanberg hatte sie eine besondere Verbindung. Die Ärztin und Psychotherapeutin, die aus Erlangen stammte, hatte nach Studium, Berufsausbildung und fünfjähriger Vorbereitungszeit 1994 ihr Ordensgelübde abgelegt. Von 2008 bis 2014 war sie Priorin des evangelischen Frauenordens Communität Casteller Ring gewesen.

Bürgermeister-Stellvertreter Bernd Lussert, der die Sommersitzung leitete, berichtete dem Gemeinderat, dass mit der Erschließung des Neubaugebietes Schlossgrund auch die Erstellung eines Fuß- und Radweges als Verbindung zum Baugebiet Im Grund ausgeschrieben und dem Grunde nach beauftragt worden sei. Jetzt habe man sich mit der bauausführenden Firma abgestimmt, diesen Punkt aus dem Auftrag herauszunehmen, weil man den Weg nun doch früher haben möchte. Die Firma SDA GmbH Kitzingen sei von Bürgermeister Burkhard Klein damit beauftragt worden. Das Angebot der Firma beläuft sich auf rund 6000 Euro.

Nachdem die Bauarbeiten am Terroir-f-Punkt in der Zwischenzeit gut vorangeschritten sind und die Treppenanlage freigegeben werden konnte, gibt es laut Lussert nun Verzögerungen. Es sei deshalb nicht davon auszugehen, dass das Projekt vor Ende August fertig gestellt werden kann. Insbesondere sei der Vorplatz noch in Arbeit. Die Waldtoilette wird derzeit vom Bauhof montiert. Mit der geplanten dezenten Innenbeleuchtung könne in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde eine "Kerzenschein-Atmosphäre" geschaffen werden.

Die Einweihung ist nun für Sonntag, 4. Oktober, geplant. Das Terroir f wird laut Lussert nicht als allgemeiner Veranstaltungs- und Eventpunkt genutzt. Nur örtliche Winzer, die Gastronomie oder die Gemeinde selbst können das "Silvaner-Terroir f" nutzen. Ebenso stehe es für die üblichen Gästeführungen zur Verfügung und für besondere Veranstaltungen, die aber zu genehmigen sind.

Erneut beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Sanierung der Friedhofsmauer in Rödelsee. Laut Mitteilung des Landesamtes für Denkmalpflege würde die Gesamtmaßnahme mit Kosten von etwa 330 000 Euro nur mit etwa 20 000 bis 30 000 Euro unterstützt. Die Mehrkosten liegen, wie die Verwaltung auflistet, vor allen Dingen im Bereich der kompletten Neugestaltung der baufälligen Mauer.

Da jedoch wegen der Einsturzgefahr kurzfristig eine Entscheidung getroffen werden muss und die Kosten in dieser Höhe von der Gemeinde nicht zu leisten sind, wird die Mauer nur in den Bereichen der aktuellen Baustelle renoviert. Im weiteren Verlauf ab dem neuen Zugangstor wird nur ein Stück von etwa fünf bis zehn Metern neu gebaut, der Rest wird mit einem massiven Zaun versehen. Das Eingangstor wird zu einem späteren Zeitpunkt zurückgebaut und gegen ein neues ersetzt. Der vorhandene Gedenkstein wird in das neue Mauerstück zwischen Gruft und Mauerbestand eingebaut.

Da nun entgegen der ursprünglichen Planung nicht das Betonmauerwerk abgebrochen und neu erstellt, sondern die vorhandene Betonmauer verblendet wird, hat das beauftragte Unternehmen ein Nachtragsangebot in Höhe von rund 10 500 Euro abgegeben. Laut Verwaltung bleibt es beim zusätzlichen Ansatz von 50 000 Euro für die weitergehende Sanierung der Mauer.