Hoher Besuch im Kitzinger Tierheim an der Kaltensondheimer Straße: gemeinsam besuchten der Präsident des deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, und die Präsidentin des Landesverbandes Bayern, Ilona Wojahn, das Tierheim, um sich ein Bild von der aktuellen Situation zu machen. Begleitet wurden sie vom neuen Hauptamtsleiter der Stadt, Peter Grieb.

Schröder befindet sich als Spitzenvertreter aller 540 Tierheime oder ähnlicher Einrichtungen, etwa Gnadenhöfe, in Deutschland auf seiner Frühjahrstour. Auf den Touren – eine weitere findet traditionell im Herbst statt – will er sich jeweils ein Bild von der augenblicklichen Situation machen.

Zu den vielen Sorgen und Nöten, zu denen neben der Personalausstattung auch die Finanzen zählen, gehört in Kitzingen der sich ständig verzögernde Neubau. Hinzu kommt die derzeitige Vakanz beim Vorsitz. Schröder unterstrich, dass die Unterstützung der Kommune gegeben sei, das Miteinander sei lobenswert.

Gebäude in allen Bereichen sanierungsbedürftig

Das derzeit genutzte Gebäude beschrieb er als insgesamt in allen Stationen, wie Quarantäne und Krankenstation, als sanierungsbedürftig. Neben dem Tierschutz gehe es für die Mitarbeitenden auch um Arbeitsschutz. Die Beteiligung an einem Neubau mit 50.000 Euro hat der Bundesverband bereits zugesagt. Schröder hofft nun, dass sich neben Spenden aus der Bürgerschaft auch Spenden von Baumaterialien und helfende Hände aus Handwerksbetrieben finden, um die Kosten eines Neubaus möglichst niedrig zu halten.

Corona-Beschränkungen, Mindestlohn, Futterkosten, Energiekosten und nicht zuletzt der Ukraine-Krieg belasten die Situation, in Kitzingen komme der erforderliche Neubau hinzu, denn eine Sanierung sei nicht möglich.

Schröder überraschte die Belegschaft mit einer Wette: Der Zuschuss von 50.000 Euro ist gesetzt. Sollte es gelingen, bis zum Stichtag, 30. September, durch Spenden weitere 5000 Euro aus der Bevölkerung für den Tierheimbetrieb zu beschaffen, dann will er den Betrag verdoppeln.

Grieb: Alle Beteiligten haben die Dringlichkeit verstanden

Bei ihrer Rundreise durch Deutschland fand Ilona Wojahn sehr unterschiedliche Verhältnisse in den Tierheimen vor, teilweise sehr hohen Investitionsbedarf. Allerdings gebe es auch sehr hohe Spenden oder Erbschaften, die den Tierheimen zugute kommen. In Kitzingen komme die Gefährdungslage im Gebäude hinzu.

Hauptamtsleiter Grieb unterstrich als Vertreter der Verwaltungslinie der Stadt, dass alle Beteiligten den Zeitdruck verstanden hätten und worum es gehe. Er hoffe, dass nach dem Ausscheiden von Gerd Menche die Mannschaft des Vereins nach der Mitgliederversammlung wieder stehe.

Derzeit hat das Tierheim drei festangestellte Personen, dazu Auszubildende und ehrenamtliche Helfer, wie Tierheimleiterin Angela Drabant erklärte. Unter der Woche sind weitere Helfende gerne gesehen.