Politik ist nicht immer logisch
Autor: Hartmut Hess
Albertshofen, Sonntag, 25. März 2018
Die Landtagsabgeordnete Angelika Schoreraus dem Landkreis Ostallgäu war die Hauptrednerin des 32. Rettichessens des CSU-Kreisverbandes.
„Wir versuchen umweltschonend und praxisgerecht im Landwirtschaftsausschuss Politik zu machen“, erklärte Angelika Schorer, Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im bayerischen Landtag, am Freitag. Die Landtagsabgeordnete aus dem Landkreis Ostallgäu war die Hauptrednerin des 32. Rettichessens des Kreisverbandes und des Ortsverbandes Albertshofen in der Gartenlandhalle.
Sie machte sich Gedanken darüber, wie die Menschen Heimat verstehen und wie Landwirte die Kulturlandschaft erhalten. Die Landes- und Kommunalpolitikerin verwahrte sich dagegen, dass Landwirte in ein falsches Licht gerückt würden. Die heute nur noch drei Prozent in der Landwirtschaft tätigen Menschen hätten es heute immer schwerer, den anderen 97 Prozent zu erklären, wie die Bauern arbeiten.
Sie ging auf das auf der umweltpolitischen Agenda stehende Glyphosat ebenso ein wie auf die Bemühungen um die Biodiversität. Die Gastrednerin sprach dafür aus, bei Themen wie Glyphosat nicht nur ein Produkt verbieten zu wollen, „dann müssen ganze Regale leer bleiben“.
Enttäuschte Bauern
Es müsse das Ziel sein, solche Verbote nicht nur in Bayern auszusprechen, sondern auch in den Nachbarländern oder global. „Das stärkt unsere Partei, dass sie unsere Landwirtschaft zu schätzen weiß“, sagte die seit dem Jahr 2003 im Landtag sitzende Parlamentarierin.
Barbara Becker, Moderatorin des Abends und Landtagswahl-Direktkandidatin, gab zu bedenken, dass sich viele Bauern von der Politik gegängelt fühlen und sich teilweise enttäuscht Richtung AfD abwenden würden. „In der Politik ist nicht alles logisch“, bemerkte CSU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Otto Hünnerkopf zu der von Barbara Becker aufgeworfenen Frage, warum die vom neuen Ministerpräsidenten Markus Söder berufene neue Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber heißt. „Angelika Schorer hätte sofort die Nachfolge von Helmut Brunner übernehmen können“, meinte Otto Hünnerkopf und Lothar Voltz wurde deutlich, als diese Personalentscheidung als eine der größten Enttäuschungen seiner 50 Jahre in der CSU empfand.
In der Diskussion wurde auch der Flächenfraß diskutiert, wozu Otto Hünnerkopf informierte, dass die bayerische Bevölkerung in den vergangenen Jahrzehnten durch Zuzüge von elf auf 13 Millionen Menschen gewachsen sei. Für diese Menschen gab es Wohnraum, Arbeitsstätten und Infrastruktur zu schaffen, was viele Flächen erforderte.
Angelika Schorer wandte ein, dass die Staatsregierung ein neues Förderprogramm für die Innenentwicklung der Kommunen im ländlichen Raum auflegen sollte, um Flächen zu sparen. Auch gelte es zu überlegen, dass beim Neubau von Einzelhandelsmärkten nicht viel Fläche für Parkplätze versiegelt wird, sondern die Parkplätze auf dem Dach oder unter dem Einkaufsmarkt errichtet werden könnten.