"Offene Gartentür 2026" im Kreis Kitzingen startet am Sonntag
Autor: Redaktion
Wiesenbronn, Montag, 04. Mai 2026
Der Friedhof Wiesenbronn startet die Veranstaltung "Offene Gartentür 2026" im Kreis Kitzingen.
Mit einer besonderen Veranstaltung auf dem Friedhof in Wiesenbronn startet die Reihe "Offene Gartentür 2026" im Landkreis Kitzingen. Am Sonntag, 10. Mai, von 13 bis 17 Uhr lädt die Gemeinde dazu ein, den Friedhof als "letzten Garten" neu zu entdecken – als Ort des Gedenkens, des Innehaltens und der Begegnung. Um 13 Uhr begrüßen Bürgermeisterin Ulrike Paul und Friedhofsbeauftragte Annette Prechtel die ersten Gäste.
Die Gemeinde Wiesenbronn geht seit vielen Jahren innovative Wege, um die Friedhofs- und Bestattungskultur zu pflegen und weiterzuentwickeln. Der Friedhof wurde als sogenannter Arkadenfriedhof mit Predigtkanzel zur Zeit der Reformation, also vor fast 500 Jahren, außerhalb der damaligen Ortsmauern errichtet. Wie viele andere Friedhöfe steht er heute vor der Herausforderung, mit zu großen Erweiterungsflächen und leergefallenen Grabstellen umzugehen. Gleichzeitig hat sich die Bestattungskultur gewandelt: War früher das Familiengrab für Erdbestattungen die Regel, gibt es heute eine Vielzahl unterschiedlicher Grabformen.
Am 10. Mai können Besucherinnen und Besucher beispielhaft erleben, wie eine Gemeinde gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern mit diesen Veränderungen umgeht.
Im Rahmen von Führungen zur Geschichte des Friedhofs wird die besondere Anlage des Arkadenfriedhofs mit Predigtkanzel vorgestellt. Die Gäste erfahren, wie der Friedhof in der Reformationszeit entstanden ist, wie sich Grabformen und Nutzung im Laufe der Jahrhunderte verändert haben und welche Rolle er heute im Gemeindeleben spielt. Musikalische Begleitung schafft eine Atmosphäre der Ruhe und Besinnung, während fachkundige Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner Fragen zur Baugeschichte, Symbolik, aktuellen Friedhofsentwicklung sowie zum Lebensraum für Wildbienen, Vögel und Fledermäuse beantworten.
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf der Gestaltung leergefallener Gräber. Diese Flächen werden behutsam und gestalterisch ansprechend sowie pflegeleicht bepflanzt – beispielsweise mit Stauden, Bodendeckern oder insektenfreundlichen Blühpflanzen. Die Pflanzungen dienen zugleich als Beispiele für dauerhaft angelegte, wassersparende Grabbepflanzungen.
Zur Erleichterung der Pflege im Alltag stellt die Gemeinde ein Gießwägelchen zur Verfügung. Zudem gibt es kleine, handliche Gießkannen, die ursprünglich für Kinder bereitgestellt wurden, inzwischen aber auch von Seniorinnen und Senioren gerne genutzt werden. Bürgerinnen und Bürger haben Gießpatenschaften übernommen, und Gartenwerkzeuge stehen zur freien Nutzung bereit.
Ein zentrales Element der Wiesenbronner Friedhofsentwicklung ist die enge Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Ehrenamt. Am Tag der offenen Gartentür wird sichtbar, wie dieses Miteinander funktioniert und wie auf diese Weise eine fürsorgliche und zugleich traditionsbewusste Friedhofs- und Bestattungskultur im ländlichen Raum gepflegt wird.