Obernbreit gegen weiteres Tourismusbüro
Autor: Robert Haaß
Obernbreit, Donnerstag, 21. Juli 2016
Der Charme der kommunalen Zusammenarbeit verblasst in Obernbreit. Der Gemeinderat lehnte einen Zuschuss für ein Tourismusbüro MainDreieck in Ochsenfurt ab.
Der Charme der interkommunalen Zusammenarbeit im südlichen Maindreieck verblasst so langsam, zumindest in Obernbreit. Einstimmig lehnte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwochabend einen Zuschuss für ein ILEK-Tourismusbüro MainDreieck in Ochsenfurt ab.
„Ich war am Anfang ein großer Fan von ILEK“, sagte stellvertretende Bürgermeisterin Susanne Knof. Sie hatte die Sitzungen und Veranstaltungen der ILEK, einem Zusammenschluss von zwölf Gemeinden entlang des Mains und darüber hinaus, von Randersacker bis Sulzfeld, von Anfang an besucht. Gefallen hatte der Bürgermeisterin dabei die breit gefächerte Zielsetzung der geplanten Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt war damals die Verbesserung der Lebenssituation der hier lebenden Bevölkerung gestanden, etwa durch Kooperation im Personennahverkehr oder ähnlichen Aktionen.
1#googleAds#100x100Geringer Vorteil
Jetzt zeige sich, so Knof, dass der Tourismus ein Schwerpunkt der Arbeit der ILEK werde. Sie zweifelte stark am Sinn einer weiteren Touristinfo: Fast alle Gemeinden der ILEK sind hier schon mit eigenen Fachkräften aktiv. Und wer, wie Obernbreit, kein eigenes Büro für den Tourismus habe, der arbeite mit anderen Gemeinden, etwa Marktbreit, zusammen.
„Eine weitere Anlaufstelle für Touristen zu schaffen, ist wenig zielführend“, sagte Knof. Denn die meisten Touristen hätten sich schon vor Reiseantritt über die Region informiert. Der Vorteil für Obernbreit sei zudem sehr gering, da die Gemeinde sicher kein „touristischer Hot-Spot“ ist. Ähnliche argumentierte Bürgermeister Bernhard Brückner: „Ich seh' die Notwendigkeit nicht.“ Allerdings sah er mit dem „Kernwegenetz“, der Vernetzung landwirtschaftlicher Wege in den Gemeinden, durchaus auch einen positiven Effekt in ILEK. Eine zentrale Anlaufstelle für Touristen im ILEK-Bereich mit anderthalb Stellen brauche es allerdings nicht. Auch wenn die Stadt Ochsenfurt 50 Prozent der Kosten für das neue Büro übernehme, bleibe für Obernbreit immer noch knapp 3000 Euro pro Jahr als Beitrag.
Etwas mehr zahle die Gemeinde schon an die Stadt Marktbreit für die Vertretung in der Touristinformation dort. „Wo und wie sollen wir da noch in einem weiteren Büro vertreten sein?“, so Brückners eher rhetorische Frage.
Am Ende lehnten die Räte ohne Gegenstimme eine Beteiligung an einem ILEK-weiten Tourismusbüro ab.