Es ist eine Visitenkarte und der Eingangsbereich gleichermaßen: das Westtor zur historischen Altstadt von Prichsenstadt, mit seinen prägnanten Rundtürmen und dem Rundbogen, über dem ein kleines Gebäude beide Türme miteinander verbindet. Dieser Bereich soll neu gestaltet werden, und der Kultur- und Tourismusausschuss studierte eifrig zwei Varianten von Thomas Buchholz, dem städtebaulichen Beauftragten von Prichsenstadt. Am Ende sammelte Bürgermeister René Schlehr ein Stimmungsbild über die Varianten ein, ohne dass der Ausschuss einen Beschluss fasste. Das Ergebnis war eindeutig: 7:0 für die Pläne Buchholz‘.

Großartige Gestaltungsmöglichkeiten gab es für den Architekten im Bereich des Westtores nicht wirklich, und so unterschieden sich die Varianten auch nur in sich selbst und nicht in der Größe einer Art Vorplatz. Nicht einmal zehn Meter nach der Ausfahrt durch das Tor befindet sich die Kreuzung Wiesentheider Straße/Am Stadtgraben/Bahnhofstraße, und die lässt sich nicht verschieben. An dieser Stelle, nach links in Richtung Wiesentheid, steht ein großer Busch, der die Sicht auf nahende Autos stark erschwert. "Wenn er geschnitten ist, geht es, aber ansonsten sieht man an dieser Stelle nicht wirklich was", so Buchholz.

Parkplätze sollen erhalten werden

Seine Überlegung: der Platz zwischen dem Tor und der Straße soll neu gestaltet werden. Und schnell taucht auch gleich das erste Problem auf: der öffentliche Weg befindet sich zum Teil in Privathand. "Ein Aspekt, der bereinigt werden sollte", sagte der Architekt.

Was Buchholz erhalten will, ist der kleine Parkplatz zwischen Westtor und dem Schützenheim. Denn Parkraum in der historischen Altstadt ist rar gesät, wie jeder weiß, der dort einen Parkplatz sucht. Insgesamt will Buchholz einen kleinen Platz mit einer Sitzbank und einem Grünbereich anlegen, und dort wäre auch die Möglichkeit, eine Infotafel aufzustellen. Etwa mit Namen von Gaststätten, Bäckereien und Metzgereien und auch dem Museum mit seiner Fossiliensammlung.

Der ganze Bereich könnte auch gepflastert werden, so Buchholz. Das könne doch in Eigenleistung erledigt werden, regte Fabian Uhl an. Ja, durch den Bauhof, antwortete Bürgermeister René Schlehr. Insgesamt gehöre dieser Bereich zum Ensemble Altstadt, so Schlehr weiter, "deshalb müssen wir eine Förderung über die Städtebauförderung abklären".

Auch an Fahrradstellplatz soll gedacht werden

Werner Hillger regte an, an diesem Platz eventuell auch eine E-Bike-Ladestation anzubringen. Das sah Schlehr skeptisch, denn "wir haben schon eine Ladestation im Bereich der Sparkasse, auch wenn die nicht oft genutzt wird". Hillgers Vorschlag, auch an einen Fahrradstellplatz zu denken, stieß bei Helmut Hümmer auf Sympathie. Ob es noch mehr Möglichkeiten für Fahrradständer gebe, wollte er wissen. Es gebe schon Vorschläge seitens der Bürger, so Schlehr. Das Problem sei die Sichtachse zur Kreuzung, wohl weil die Wiesentheider Straße nicht gerade, sondern als Kurve ausgebaut ist.

Zu den Kosten konnte Buchholz noch nichts sagen, weil er es nach eigenen Angaben noch nicht durchgerechnet hat. Weil es im Sanierungsbereich Altstadt liege, könne auch auf den Ebenauer-Fond zurückgegriffen werden, sagte Schlehr. Nun verfügt der Kultur- und Tourismusausschuss zwar durchaus über ein gewisses Budget, um auch ohne den Rat eine Entscheidung zu treffen. Doch die Neugestaltung des Westtores sah der Bürgermeister als zu wichtig an, um den Ausschuss entscheiden zu lassen. "In diesem Boot müssen wir alle sitzen, deshalb entscheidet hier der Stadtrat", sagte Schlehr.