Dass es schwierig werden könnte, hatte sich schon bei einem Ortstermin Ende Februar gezeigt: Der Dettelbacher Bauausschuss war damals auf der Suche nach der möglichst perfekten Strecke für den neuen Radweg zwischen Dettelbach-Bahnhof und Effeldorf. "Irgendeinen Tod müssen wir sterben", hatte es damals Dritter Bürgermeister Manfred Berger (SPD) auf den Punkt gebracht.

Die beiden möglichen Varianten hatten beide ihre Tücken: Entweder der Ort wird umfahren, dann geht es zwar ohne Querung der Gemeindeverbindungsstraße, ist aber rund 1200 Meter lang. Oder es geht direkt durch Dettelbach Bahnhof, was zwar kürzer ist, dann muss aber die Straße irgendwo überquert werden. In beiden Varianten sind größere Baumaßnahmen erforderlich, etwa Verrohrung von Gräben, oder Feldwege müssten befestigt werden. Eine optimale Lösung, das war die damalige Erkenntnis, würde es so oder so nicht geben.

Kostengünstige Variante

Jetzt, in der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause, musste nun eine Entscheidung her. Nimmt man die deutlich günstigere Variante mit der Querung? Oder die rund 60 000 Euro teurere Möglichkeit, die immerzu an einer Straßenseite entlang führt? Das Gremium war sich (fast) einig: Mit 15:2 wurde die Variante mit der Querung genommen. Roland Hardörfer (Freie Wähler) hatte zuvor noch wie Raimund Sauer (CSU) auf die mögliche Gefahren einer Querung hingewiesen, letztlich aber entschied sich das Gremium für die mit 344 000 Euro kostengünstigere Variante. Wie hoch die finanzielle Förderung ist, steht noch nicht fest, sie beträgt aber mindestens die Hälfte der Gesamtsumme.

"Keine Ehrenrunde" drehen

Außerdem ging es in der Sitzung um das Thema Lüftungsanlage für Klassenzimmer. Beim gerade laufenden Umbau der ehemaligen Schule Bibergau/Effeldorf bleibt es bei der bereits beschlossenen Lüftungsanlage. Zwar bestand die Möglichkeit, durch neue Fördertöpfe auch eine größer dimensionierte Lüftungsanlage zu bekommen. Dies hätte jedoch eine Menge Umplanungen nach sich gezogen und am Ende finanziell keinen Unterschied gemacht. Marcel Hannweber (CSU) hatte vor dem einstimmigen Beschluss darauf hingewiesen, dass man bei der Sanierung "keine Ehrenrunde drehen" und vorankommen wolle. Es bleibt somit bei dem bisherigen Konzept.

Beim Thema mobile Luftreinigungsgeräte für die Rudolf-von-Scherenburgschule war sich das Gremium ebenfalls schnell einig: Alle Klassenzimmer werden damit ausgestattet, die Kosten dafür belaufen sich auf 40 000 Euro. Ein deutliches Signal in Richtung "Volle Kraft voraus" wurde auch bei den Kindergärten gesetzt: Auch sie bekommen – so schnell wie irgend möglich – für 36 000 Euro mobile Luftreinigungsgeräte. Auch die Abstimmung darüber war ein deutliches Signal: Bei 17:0 blieben keine Fragen offen.