Woher kommen wir Franken eigentlich? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Knauf-Museum Iphofen. Die neue Ausstellung "Als Franken fränkisch wurde", die am Sonntag, 21. März, öffnet, zeichnet die Lebensumstände der ersten Franken nach, die ab dem frühen 6. Jahrhundert n. Chr. aus dem Mittelrheingebiet in das Land am Main kamen. Mit ihrem kulturellen Einfluss veränderten sie das Gebiet für immer. Besonderes Augenmerk legte das Team um Museumsleiter Markus Mergenthaler dabei auf Funde aus der Region, zum Beispiel aus Grabungen bei Dornheim.

Für diese nahezu schriftlose Zeit gibt laut Markus Mergenthaler die Archäologie Zeugnis von den ersten Franken im Maingebiet. Mit Fundstücken aus Grabungen, Installationen von Gräbern, Projektionen und anderen Vermittlungsmedien entwickelt die Ausstellung auf drei Stockwerken verteilt eindrückliche Bilder dieser im Dunkeln liegenden Jahrhunderte. Die heutige Zeit ist natürlich nicht mehr schriftlos: Markus Mergenthaler hat mit Archäologin Margarete Klein-Pfeuffer im Auftrag des Knaus-Museums einen Begleitband zur Ausstellung herausgegeben.

Mit einer großflächigen aquarellierte Zeichnung von Wladimir Petrichev (Würzburg), die ein frühmittelalterliches Dorf voller Leben zeigt, wird der Besucher empfangen. Davor steht im Raum ein kleines Modell eines Grubenhauses, wie es bei Dornheim bei den Ausgrabungen entdeckt worden ist. Funde von dort geben einen Einblick in das damalige Leben, Vergleichsstücke aus dem Rheingebiet vervollständigen das Bild.

Von "tollen Funden" spricht Margarete Klein-Pfeuffer, wenn sie über die entdeckten Glasscherben bei Dornheim referiert. Sie stammen von Sturzbechern. "Aus denen ist wohl einst Wein getrunken worden", meint Markus Mergenthaler. Dass man Wein trank, darauf deutet laut Klein-Pfeuffer auch ein in der Siedlung im Dornheimer Grund gefundenes bronzenes Sieblöffelchen hin. Solche gehörten zum Gürtelgehänge von Frauen der Oberschicht. Mit einem solchen Löffelchen wurden die Gewürze aus dem Wein herausgefiltert.

Funde aus Gräbern 

Sehr intensiv hat sich Margarete Klein-Pfeuffer mit dem fränkischen Christentum mit germanischem Hintergrund beschäftigt. Sie kommt zu dem Schluss, dass schon vor Kilian, der Franken ja missioniert hat, eine Berührung mit christlichem Gedankengut stattgefunden hat. Die zentrale archäologische Quelle stellen laut Mitteilung des Museums die sogenannten Reihengräberfelder dar, auf denen die neuen Siedler ihre Toten mit voller Tracht- und Waffenausrüstung bestatteten.

Erhalten blieben Stücke aus Eisen und Keramik, die Aufschluss über die Bestatteten geben. Eine besonders dichte Konzentration von Reihengräberfeldern findet sich am südlichen Maindreieck. In diesem Gebiet liegen zahlreiche Dörfer mit der Endung "-heim", deren Gründung wohl mit den ersten Franken in Zusammenhang steht. Nach dem Sieg über die Alemannen 496 n. Chr. und über die Thüringer 531 n. Chr. begannen die fränkischen Könige aus dem Geschlecht der Merowinger das heutige Frankenland zu kolonisieren.

Anhand von archäologischen Funden verschiedener Leihgeber beschäftigt sich die Ausstellung mit den Themen Tracht, Bewaffnung, Alltagskultur aber auch Kunst und Glaubensvorstellungen der ersten Franken in Franken. Im Museum für Franken in Würzburg wird zudem eine separate Ausstellungsinsel zum Thema "Frühmittelalterliche Burgen" zu sehen sein.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr; Informationen zum Besuch in Corona-Zeiten: Aufgrund der Einschränkungen und um Wartezeiten zu vermeiden, haben Besucher die Möglichkeit, ihren Museumsbesuch in einem fixen Zeitfenster vorab zu reservieren. Dies ist telefonisch unter der Nummer 09323/31-528 oder per Mail unter knauf-museum@knauf.de möglich. Während des Museumsbesuchs müssen FFP-2 Masken getragen werden. Es dürfen sich nur 50 Personen gleichzeitig im Museum aufhalten.