So wie ihre widerstandsfähigen Neuzüchtungen haben die fränkischen Ökowinzer am Donnerstag, an Mariä Himmelfahrt, Widerstandskraft und Durchhaltevermögen bewiesen. Bei der 13. Weinpräsentation im alten Obstgarten der Vogelsburg, oberhalb der Mainschleife bei Volkach, trotzten nicht nur sie dem regnerischen Wetter. Auch die Freunde biologisch angebauter Weine ließen sich den Feiertag durch die Nässe nicht verderben. Etwa 500 Besucher genossen sieben Stunden lang klassische und neue Rebsorten.

Über hundert Ökoweine und Seccos

Als sich am Nachmittag zu den weinseligen Runden noch Sonnenstrahlen gesellten, hätte die Stimmung nicht besser sein können. Über hundert fränkische Ökoweine und Seccos konnten unter dem Motto "Natürlich Wein genießen" probiert werden.

Klassische Rebsorten wie Müller-Thurgau, Silvaner und Riesling waren ebenso vertreten wie die pilzwiderstandsfähigen Cabernet Blanc, Johanniter, Muscaris und Regent. Das Sachgebiet "Weinbau" der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim stellte neue pilzwiderstandsfähige Rebsorten (Piwis) vor.

Der Vorsitzende der fränkischen Ökowinzer strahlt

Gute Laune herrschte nicht nur bei den 26 ausstellenden Betrieben und ihren Helfern. Auch Thomas Lange strahlte übers ganze Gesicht. "Bei diesem schlechten Wetter hatten wir nicht mit so vielen Gästen gerechnet", sagte der Vorsitzende des Bunds Fränkischer Ökowinzer und -weingüter (FÖW). Seit einem halben Jahr hat der Hammelburger Winzer die Hauptverantwortung bei den Biowinzern vom langjährigen Vorsitzenden Clemens Rumpel übernommen und bereut keine Minute seiner Arbeit.

Im Vorfeld der Weinpräsentation war er von vielen Menschen gefragt worden, ob die Messe aufgrund der zu erwartenden Wetterkapriolen überhaupt stattfinden wird. "Wir waren uns alle einig, dass wir die Weinverkostung bei jedem Wetter durchziehen", sagte der Ökowinzerchef.

Weinlese beginnt wohl in der zweiten Septemberwoche

Auch im Verband läuft es gut. Drei neue Mitgliedsbetriebe im zurückliegenden Jahr und zwei neue Aussteller-Interessenten machen Lange zuversichtlich. In Franken werden zurzeit etwa 400 Hektar Bioweinfläche bewirtschaftet. "Das sind etwa fünf Prozent der gesamten Anbaufläche", erklärte der Vorsitzende. Mit Blick nach vorne rechnet Lange mit dem Weinlesebeginn etwa ab der zweiten Septemberwoche, abhängig von den einzelnen Weinanbaugebieten im nördlichen und südlichen Franken.

Beim erwarteten Ertrag und der Qualität sieht Lange große Unterschiede in Franken. An der Saale müssten die Winzer mit Frostschäden leben. In anderen Gebieten, wie Iphofen und Würzburg, stehe ein guter Jahrgang vor der Tür. Die starke Sonne der vergangenen Wochen hätten in ganz Franken Auswirkungen auf die Reben gehabt. Die Winzer befürchten durch Sonnenbrand Einbußen von zehn bis zu 50 Prozent bei den Frühsorten, vor allem beim Bacchus.

Der Klostergarten der Vogelsburg ist seit Jahren Austragungsort der Weinverkostung, haben doch die Augustinusschwestern der Vogelsburg als Pioniere mit dem biologischen Weinanbau in Franken begonnen.