Nach Hilferuf: Großfamilie findet neues Zuhause

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Für die von der Zwangsräumung bedrohte elfköpfige Familie Mayle aus Hellmitzheim (Lkr. Kitzingen) ist eine Lösung in Sicht. Dabei spielt die Stadt eine wichtige Rolle.
Lenz

Für die von der Zwangsräumung bedrohte elfköpfige Familie Mayle aus Hellmitzheim (Lkr. Kitzingen) ist eine Lösung in Sicht. Dabei spielt die Stadt eine wichtige Rolle.

Für die von der Zwangsräumung bedrohte elfköpfige Familie Mayle aus dem Iphöfer Stadtteil Hellmitzheim (Lkr. Kitzingen) zeichnet sich eine Lösung ab. Wie Bürgermeister Josef Mend mitteilte, will die Stadt in der Iphöfer Neubergstraße ein Anwesen kaufen und an die Familie vermieten. Das Gebäude aus den 1960er Jahren diente dem Landkreis bis vorigen Herbst als Flüchtlingsunterkunft und soll bis spätestens Mitte April nach kleineren Sanierungsarbeiten zur Verfügung stehen. Es hat laut Mend um die 200 Quadratmeter Wohnfläche, die sich auf zwei Etagen verteilen.

Eigenbedarf angemeldet

Claudia Mayle zeigte sich am Telefon erleichtert über die Lösung. Sie versinke derzeit zwar im „Kisten-Chaos“, weil sie einen ganzen Haushalt in Kartons zu packen habe. „Aber wir haben wieder ein Dach über dem Kopf, und die Kinder können hier in der Schule und im Kindergarten bleiben.“

Der Familie mit ihren neun Kindern war bereits vor mehr als einem Jahr die Wohnung gekündigt worden. Der Vermieter machte Eigenbedarf geltend. Er will das etwa 150 Jahre alte Gebäude abreißen, damit der Sohn auf dem Grundstück ein neues Haus bauen kann. Nach einer verstrichenen Frist hatte er die Zwangsräumung der Wohnung zum 15. März erwirkt. Dieses Ultimatum ist mit der nun greifbar nahen Lösung hinfällig. Was noch fehlt, ist ein formeller Kaufvertrag zwischen der Stadt und dem Eigentümer der Iphöfer Immobilie.

Stadt sah keine Alternative 

Anfang des Monats stimmte der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung dem Erwerb des Hauses zu – nach kontroverser Diskussion und nachdem er den Kauf zuvor zweimal abgelehnt hatte. Mend sagt: „Mir ist klar, dass das Handeln der Stadt auf Kritik stoßen wird, aber was wäre die Alternative gewesen?“ Bei drohender Obdachlosigkeit ihrer Bürger steht die Stadt dem Gesetz nach in der Pflicht, für ein angemessenes Quartier zu sorgen.

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