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Mehr Ruhe für die Gerlachshäuser


Autor: Peter Pfannes

Gerlachshausen am Main, Montag, 14. November 2016

In der Nähe des Gerlachshäuser Mainufers lässt es sich jetzt wieder ruhiger schlafen. Zwei Stromterminals versorgen die Schiffe nachts mit Energie.
Die beiden Stromterminals für Binnenschiffer enthüllten am Freitag in Gerlachshausen (von links) Heinrich Schoppmann vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, Bürgermeister Volker Schmitt, Anwohner Reinhold Schmieg, Landtagsabgeordneter Otto Hünnerkopf sowie Albrecht Schleich von der Rhein-Main-Donau AG. FOTO: Peter Pfannes


In der Nähe des Gerlachshäuser Mainufers lässt es sich jetzt wieder ruhiger schlafen. In den Sommermonaten hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Schweinfurt an der Schiffsliegestelle Gerlachshausen zwei Stromterminals samt dazugehörigen Stromversorgungsleitungen errichten lassen.

Anhaltende Schiffe müssen jetzt nicht mehr die benötigte Elektrizität selbst erzeugen, sondern können bequem den Stecker in eine Steckdose der Stromzapfstellen stecken. „O?zapft is“ hieß es am Freitag, als die Energielieferanten offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurden.

Generatoren abschalten

Ziel der Bauarbeiten war es, den Gerlachshäusern künftig eine lärm- und abgasfreie Nachtruhe zu gewährleisten. Durch die Kooperation zwischen WSA Schweinfurt und der Rhein-Main-Donau AG (RMD) als Eigentümerin des Wasserkraftwerks Gerlachshausen ist nun sichergestellt, dass die an der Liegestelle Gerlachshausen ruhenden Schiffe nachts ihre bordeigenen Dieselgeneratoren ausgeschalten. Stattdessen decken sie ihren Strombedarf über die neuen Stromterminals mit sauberem Wasserkraftstrom aus dem Kraftwerk.

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Den umweltfreundfreundlichen „Nacht“-Strom aus der Wasserkraft des Mains stellt die RMD AG für die Frachtschiffe für eine gewisse Übergangszeit unentgeltlich zur Verfügung. Fahrgastkabinenschiffe dürfen seit diesem Jahr ohnehin nur noch tagsüber an der Liegestelle anlegen.

Motor des laut WSA-Pressemeldung bürgernahen Lösungsansatzes war der CSU-Landtagsabgeordnete Otto Hünnerkopf, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses Umwelt und Verbraucherschutz im Bayerischen Landtag. Er habe die Leiden der lärm- und abgasgeplagten Gerlachshäuser Anrainer an das WSA und die RMD herangetragen und nach einer für alle Seiten passablen Lösung gesucht. „Mit der jetzigen Inbetriebnahme haben wir eine gute Lösung gefunden, einerseits die Umwelt durch die Nutzung der sauberen Wasserkraft zu entlasten und den Menschen vor Ort eine gesunde Nachtruhe zu ermöglichen“, sagte Hünnerkopf bei der Inbetriebnahme.

Bürgermeister Volker Schmitt dankte dem Abgeordneten für dessen Einsatz sowie dem Vorstand der RMD Albrecht Schleich und dem Leiter des WSA Heinrich Schoppmann für die Umsetzung des Projekts. Er freute sich für die Bürger aus dem Schwarzacher Ortsteil über das vorgezogene Weihnachtsgeschenk.