Ein Hotel in ihrem Mainvorland wollten die Volkacher nicht, das haben sie im Juli 2018 per Bürgerentscheid klar abgelehnt .  Doch Stadtrat und Bürger sind sich einig, dass die Mainlände schöner werden und mehr Aufenthaltsqualität bieten soll. Gerade für Einheimische. Das wurde in den Diskussionen um das geplante Stelzenhotel immer wieder angesprochen. Volkachs Bürgermeister Peter Kornell (Freie Wähler) brachte es zu Beginn der Stadtratssitzung am Montagabend auf den Punkt: "Noch hat das Mainvorland den Charakter einer Baustelle. Das muss sich ändern."

Ein erstes Rahmenkonzept dafür haben die Büros Arc.Grün (Kitzingen) und Dag Schröder (Schweinfurt) erarbeitet, das sie nun dem Stadtrat vorstellten. Vorneweg betonte Kornell, dass dieser Plan mit der Regierung von Unterfranken abgestimmt sei, da er 50 Prozent Förderung erwarte.  Denn das Mainvorland sei Teil des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) und seine Entwicklung diene Volkachs Aufwertung insgesamt.

Barrierefreier Weg ins Herz der Stadt

Demzufolge lautete auch der Ansatz Dag Schröders, Volkach als "Stadt am Fluss" großräumig zu betrachten. Eine für ihn zentrale Frage war: "Wie schaffen wir es, dass wir das Mainvorland nicht mit Verkehr belasten?" Seine Lösung: Eine klare Trennung schaffen zwischen dem Aufenthaltsbereich für Fußgänger und Radfahrer (nördlich der Brücke nach Astheim) und dem Verkehrsbereich für Autos (südlich der Brücke) und Busse (am nördlichen Ende des Mainvorlands). Ganz wichtig sei ihm zudem "ein barrierefreier Weg ins Herz der Stadt". 

Einen Weg dorthin gibt es zwar schon, doch der führt bislang noch durch eine dunkle Unterführung. Zudem ist er am Ende, kurz vor dem eigentlichen Stadtbereich, nicht barrierefrei. Der Aufgang dort ist zu steil. Die Lösung könnte laut der Planer eine Brückenkonstruktion aus Edelstahl sein mit einer Steigung von höchstens sechs Prozent.

"Noch hat das Mainvorland den Charakter einer Baustelle. Das muss sich ändern."
Peter Kornell, Bürgermeister Volkach

Ralph Schäffner von Arc.Grün ging dann näher auf die einzelnen Bauabschnitte ein, die – so eine grobe Schätzung – in den kommenden vier bis fünf Jahren nach und nach angegangen werden sollen. Aktuell wird darum das Mainvorland erneut auf Altlasten untersucht, indem Bodenproben aus Baggerlöchern entnommen werden.

Einer der Bauabschnitte wird die Verlagerung der Busparkplätze aus der Innenstadt sein. Diese könnten entlang der Liegewiese des Freibads neu entstehen. Dort können die Busse entweder wenden oder direkt weiterfahren zum Mainufer und dessen Anlegestellen für die Ausflugs- und Hotelschiffe.

Herzstück für die Volkacher könnte das "Bürgergrün am Diebswehr" werden. "Eine Art Parkanlage" nannte es Kornell in der Sitzung. Die Idee Schäffners: Die bereits vorhandene Landschaft und die aufgelassenen Schrebergärten erhalten und von dort einen harmonischen Übergang zu den befestigten Flächen schaffen. Diesen  Aufenthaltsbereich beschrieb Schäffner den Stadträten als "eine Art Platte, wie ein Schiffsdeck", aus dem man dann Grünflächen herausschneide. Dort könnten Nischen zum Sitzen, Abstellflächen für Fahrräder oder ein erhöhtes Holzdeck "für den abendlichen Blick auf den Main" entstehen.

Kinder könnten dort im Main planschen

Weiter südlich, jenseits der Mainbrücke nach Astheim, geht es mit 80 Parkplätzen für Autos und dem Wohnmobilstellplatz weiter, der besser geordnet werden soll. Vor diesem am Main könnte ein Seichtwasserbecken für den Nachwuchs entstehen, zudem kurz vor dem Kanuverleih ein Spielplatz für Kleinkinder.

Das Rahmenkonzept kam gut an bei den Stadträten, die gleichwohl zahlreiche Fragen und Anregungen zu dem Großprojekt hatten. Eine davon zielte auf die Kosten ab, die Kornell auf zwei Millionen Euro bezifferte. Nach der künftigen Anzahl der Wohnmobil-Stellplätze fragte Ingrid Dusolt (fraktionslos) und schätzte den Bedarf im Sommer auf 40 bis 70 Stellplätze. Der Plan sieht rund 40 vor. "Die Fläche, die wir jetzt haben, sollte reichen", sagte der Bürgermeister dazu.

Viel Verkehr: Bootsrampe verlegen?

Heiko Bäuerlein (CSU) wies auf die konkurrierenden Nutzungen von Wassersportlern, Radlern, Einheimischen und Gästen hin. "Wir sollten alle an einen Tisch holen." Anja Hirt (Freie Wähler) regte eine kleine Skater-Anlage an. Ihr Fraktionskollege Herbert Römmelt schlug vor, die Bootsrampe ans südliche Ende, hinter den Kanu-Verleih, zu verlegen. "Aktuell ist dort viel Verkehr."

Deutlich wurde an dem Abend, dass das Rahmenkonzept eine gute Grundlage ist, auf der weiter diskutiert werden kann. So soll der Plan auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht werden. Zudem wird es in circa sechs Wochen einen Bürgerworkshop geben, bei dem alle Volkacher ihre Ideen einbringen können – und sollen.