Zeit für einen Umzug
Autor: Nina Grötsch
Gnodstadt, Freitag, 21. November 2014
Werner Biebelriethers Keller ist voll. Zwei Zimmer hat er seiner Frau schon „abgeschwatzt“. Zwei Zimmer, in denen sich seine selbst gebauten Holzkrippen entweder bis zur Decke türmen oder den ganzen Boden bedecken. Von Woche zu Woche sollen es jetzt weniger werden. Die Zeit der Weihnachtsmärkte beginnt.
Werner Biebelriethers Keller ist voll. Zwei Zimmer hat er seiner Frau schon „abgeschwatzt“. Zwei Zimmer, in denen sich seine selbst gebauten Holzkrippen entweder bis zur Decke türmen oder den ganzen Boden bedecken. Von Woche zu Woche sollen es jetzt weniger werden. Die Zeit der Weihnachtsmärkte beginnt.
Jedes Wochenende ist Werner Biebelriether eingespannt. Schon freitags legt er in seinem Auto die Sitze um, damit die Ladefläche größer wird. Sorgfältig wird dann eine Krippe neben der nächsten platziert. „Die passen in keinen Karton“, erzählt der Gnodstädter. Beim Transport muss er besonders vorsichtig fahren, damit die fein gearbeiteten Details der Krippe nicht beschädigt werden – und davon gibt es viele. Balkone, Holzlegen, Ruhebänkchen, Sensen… Jedes Teil der Krippe hat der 68-jährige Rentner liebevoll und mit viel Geduld aus Holz gebastelt. Heißklebepistole und Säge laufen heiß, wenn ihm eine neue Idee in den Sinn kommt. Seine Backhäuschen mit echtem Putz und Flackerlicht kamen im Vorjahr schon super an und angesichts des Hühnerstalls entfuhr Betrachtern schon öfters ein „Das gibt’s doch nicht!“ Wie alle Türen und Fenster seiner Krippen kann man nämlich auch den Stall öffnen – und dann unter anderem über winzig kleine Hühnerstangen aus Zahnstochern staunen.
Krippen in allen Größen
Auch wenn es ein ernster Hintergrund ist, der Biebelriether seit drei Jahren zu dieser Bastelei antreibt, so lässt sich doch unschwer erkennen, dass der Rentner mit großer Freude bei der Sache ist. „Es gibt Tage, da bin ich von früh bis abends in der Werkstatt“, gesteht er. Und das kann schon ab Januar wieder der Fall sein. Dann fängt er meist mit dem Produzieren neuer Krippen an. Über 50 Stück – in allen möglichen Größen und Varianten – sind in diesem Jahr entstanden. Gebaut hat Werner Biebelriether sie alle alleine, beim Verkauf jedoch kann er auf seine Familie zählen: „Wir Biebelriether halten zusammen.“ Sein Bruder Herbert und Sohn Ralf besuchen ebenfalls Märkte, so dass die Krippen an einem Wochenende gleich auf mehreren Veranstaltungen verkauft werden können. Seine Frau, seine Schwiegertochter und sein Neffe falten darüber hinaus noch aufwändige Sterne aus Papier, die ebenfalls verkauft werden.
„Der Erlös geht zu hundert Prozent an die Mukoviszidose-Stiftung“, nennt Biebelriether den eigentlichen Beweggrund für seine Krippen-Offensive. Seine zwei Enkelkinder Lilli (9) und Nils (12) leiden seit Geburt an der erblichen Stoffwechselkrankheit, die ihre Organe stark beeinträchtigt. Dreimal täglich inhalieren, ständiges Händewaschen, nur künstliche Blumen: Die beiden Kinder und ihre Familienangehörigen haben sich mit der Krankheit arrangieren müssen. Mukoviszidose ist zwar gut behandelbar, jedoch nicht heilbar. Genau deshalb will Biebelriether mit dem Geld die Forschung vorantreiben. „Man klammert sich einfach an alles“, sagt er und hofft, dass er die Summe aus dem Vorjahr mit 4 500 Euro in diesem Jahr noch toppen kann. – Und ein bisschen vielleicht auch darauf, dass im Keller bald wieder Platz für neue Krippen ist.
Wer sich für Biebelriethers Krippen interessiert, kann diese gerne unverbindlich bei ihm im Keller ansehen:
Tel. 09332/500300, www.wb-krippen.de. Zudem ist er auf den Weihnachtsmärkten in Bullenheim, Kitzingen und Marktbreit vertreten.
Diese Märkte machen Lust auf Weihnachten
Jetzt am Wochenende: