Kurt Münch kocht gern. Aber nicht „Schickimicki“, wie er sagt, sondern eher bodenständig. Der Schnitzel-Kochkurs für Männer, der kürzlich in Kitzingen angeboten wurde, war daher genau das richtige für ihn. Viel gelernt, gut gegessen, bestens unterhalten – sein Resümee fällt äußerst positiv aus.

Es war der ausdrückliche Wunsch kochbegeisterter Männer, dass die beiden Hauswirtschaftsmeisterinnen Monika Hegwein und Elfriede Bold auch in diesem Jahr über den Verband landwirtschaftliche Fachbildung einen Kochkurs extra für das männliche Geschlecht anbieten. „Heute kocht der Chef“, hieß es deshalb kürzlich wieder – und auf der Speisekarte standen diesmal leckere Schnitzelvariationen. 17, beziehungsweise 19 Männer unterschiedlichen Alters kamen zu den beiden angesetzten Terminen in die Lehrküche im Amt für Landwirtschaft, um gemeinsam zu kochen.

Nach einem kleinen Sektempfang zu Beginn führten die beiden Kursleiterinnen zunächst einmal theoretisch ins Thema ein, stellten die Gerichte vor und informierten, worauf es zu achten galt. Schnitzel zu braten ist schließlich gar nicht so einfach – so manche Hausfrau raufte sich angesichts verbrannter Panade rund um nicht durchgebratenes Fleisch schon die Haare. Die Herren zeigten sich wissbegierig, so dass Monika Hegewein und Elfriede Bold eine ganze Reihe von Fragen zu beantworten hatten.

Dass Schnitzel nicht immer gleich schmecken müssen, sondern in zahlreichen Varianten zubereitet werden können, wurde an den beiden Menüs deutlich, die Monika Hegwein und Elfriede Bold für die mehrstündigen Kochkurse zusammengestellt hatten: Schnitzelsuppe mit Parmesan-Oregano-Baguette wurde als Vorspeise für das umfangreiche Menü 1 zubereitet, dann gab es Altbayerische Schnitzel, Jäger- und Zigeunerschnitzel sowie Hähnchenbrustmedaillons im Kräuter-Speckmantel, dazu natürlich Beilagen und zum Dessert „Falsche Schnitzel in Weinschaumsoße“.

Auch Menü 2 fand großen Anklang: Hier wurden Sellerieschnitzel mit Kräuterquark als Vorspeise gezaubert, dann folgten Mailänder Schnitzel, Mediterrane Schnitzelpfanne und Gefüllte Putenröllchen mit Beilagen als Hauptspeise. Als Dessert rundeten Buttermilch-Panna-Cotta und ein winterlicher Obstsalat das Menü ab.

„Die Männer schritten mit großer Begeisterung zur Tat“, freute sich Monika Hegwein. Schnell waren Teams von zwei oder drei Mann gebildet und Leute, die sich vorher noch nie gesehen hatten, arbeiteten schnell Hand in Hand. Über das Kochen wurde dabei natürlich gesprochen. Aber auch Privates wurde ausgetauscht, während „mann“ die Schnitzel behutsam unter der Folie klopfte, würzte und durch die Panierstraße zog. Ob sie gelingen, liegt nicht nur am Fleisch und an der Würze – es muss auch die richtige Pfanne gewählt und auf die passende Temperatur des Butterschmalzes geachtet werden. Dass die Teilnehmer alles richtig gemacht hatten, zeigte sich wenig später, als die auf dem Buffet angerichteten Speisen genüsslich verspeist wurden. Dabei gab jeder auch noch gerne Tricks und Tipps zu „seinem“ Gericht an die anderen Männer weiter.

Gerade die Kombination von Kochen und sozialen Kontakten gefiel Kurt Münch außerordentlich gut. „Es sind schnell Gespräche entstanden“, freut er sich. Der Sommeracher hat schon öfter an Kochkursen teilgenommen, auch in der gehobenen Gastronomie, um zu sehen, wie es dort in der Küche zugeht. Diesmal hatte er gezielt einen Kurs gewählt, dessen Programm er im täglichen Bedarf umsetzen kann. Schnitzel Jäger Art schmeckt ihm besonders gut, „ich mag es stramm gewürzt“, erzählt er. Beim Kochkurs war er gemeinsam mit Horst Weidner für Altbayerische Schnitzel und Kartoffelsalat mit Speck und Gurken zuständig. Seit seiner Pensionierung steht der Hobbykoch fast täglich in der Küche. Er legt dabei sehr großen Wert auf gesunde und ausgewogene Ernährung, verzichtet in der Regel auf Sahne und auf Butter. Das hört sich erst mal nicht so an, als wäre es mit einem Schnitzel vereinbar – aber dank der vielen Varianten wird sicherlich so manches der vorgestellten Gerichte auch bald bei ihm zuhause serviert.

Mailänder Schnitzel mit Tomatensoße

Zutaten für 4 Portionen: Für die Schnitzel: 8 dünne Hähnchenschnitzel a 100g, 8 Scheiben Parmaschinken, Mehl, 2 Eier (Größe M), 100g Semmelbrösel, 100g Parmesan gerieben, 1/2 TL abgeriebene Zitronenschale, 1/2 TL fein gehackter Rosmarin, Salz, Pfeffer, Butterschmalz oder Rapsöl. Für die Tomatensoße: 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 1 TL italienische Kräuter, 2 EL Olivenöl, 1 Dose gehackte Tomaten (400g), 20 g kalte Butter, Salz, Pfeffer, Zucker

Zubereitung: Die fein gehackte Zwiebel in 2 EL Olivenöl andünsten. Die Tomaten, Kräuter, den durchgedrückten Knoblauch und etwas Zucker beifügen und zugedeckt bei schwacher Hitze zirka 10 Minuten köcheln lassen. Gelegentlich umrühren. Panierset vorbereiten: Mehl, verquirlte Eier, Semmelbrösel (mit Parmesan, Zitronenschale und Rosmarin mischen). Dann die Schnitzel trocken tupfen, vorsichtig salzen (Schinken vorher probieren) und pfeffern. Mit je einer Scheibe Schinken belegen, diesen etwas andrücken und die Schnitzel anschließend in Mehl wenden. Schnitzel durchs Ei ziehen, abtropfen lassen und in der Semmelbröselmischung wenden. Schnitzel portionsweise im heißen Fett auf jeder Seite zirka 3 Minuten goldbraun braten, herausnehmen und warm stellen. Die Tomatensoße mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Butter unterrühren.

Tipp: Zum Mailänder Schnitzel mit Tomatensoße (Piccata alla Milanese) werden üblicherweise Spaghetti als Beilage gereicht.