Es war Ende Mai 2016, als ein damals 17-jähriges Mädchen fast vergewaltigt worden war. Die junge Frau war auf dem Nachhauseweg vom Bahnhof Kersbach als sie, wie sich später herausstellte, von einem Serienvergewaltiger in ein Gebüsch gezogen wurde.

Nur weil ein zufällig vorbeifahrender Zeuge ihre Hilferufe hörte und auch ernst nahm, konnte Schlimmeres verhindert werden. Mittlerweile ist Thomas Schmitt 28 Jahre alt. Für seinen beherzten Einsatz wurde er bereits von der Polizei Oberfranken ausgezeichnet, nun ist er auch einer der Kandidaten für den XY-Preis.

Einsatz gegen Kriminalität

Die ZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ lobt seit 2002 gemeinsam mit der Produktionsfirma Securitel den „XY-Preis – Gemeinsam gegen das Verbrechen“ aus. Schirmherr des Preises ist der Bundesinnenminister. Um für den Preis nominiert zu werden, müssen die Kandidaten „sich auf beispielhafte und kluge Weise im Kampf gegen Kriminalität für ihre Mitmenschen eingesetzt haben“, heißt es auf der Webseite der Fernsehsendung.

Als der Bamberger Thomas Schmitt Anfang Juni in der Sendung als Kandidat für den Preis vorgeschlagen wurde, sagte er im Interview mit dieser Zeitung, er habe nicht das Gefühl, dass er etwas Besonderes getan habe, denn er halte es für selbstverständlich, in so einer Situation zu helfen. Trotzdem sei er dankbar, dass er zum richtigen Zeitpunkt vor Ort war, um der jungen Frau zu helfen.

Der Täter, der auch aufgrund des Einsatzes von Schmitt noch am selben Tag gefasst wurde, konnte aufgrund von DNA-Spuren noch als Täter in zwei anderen Fällen überführt werden.

Schmitt hatte der Polizei eine gute Täterbeschreibung geliefert, so dass dieser schnell überführt werden konnte. Am Landgericht in Bamberg wurde der Mann im März 2017 zu neun Jahren Haft verurteilt. Voraussichtlich wird er nach Ende der Haftstrafe in Sicherheitsverwahrung bleiben.

Schmitt ist der zweite Kandidat, der 2020 in der Sendung vorgestellt wurde. Ob er den Preis, der mit 10 000 Euro dotiert ist, gewinnt, wird eine Fachjury im Herbst entscheiden.