Die Idee hatten sie schon vor der Corona-Krise. Jetzt macht die Umsetzung noch mehr Sinn. Winzer, Gastwirte und Metzger in Prichsenstadt ziehen an einem Strang – und bieten Gäste und Einheimischen ein außergewöhnliches Verwöhnpaket an.

„Prichsenstadt picknickt“. Unter diesem Motto gibt es ab sofort in sechs örtlichen Betrieben Picknick-Körbe zu bestellen. „Jeder teilnehmende Betrieb befüllt seinen eigenen Korb, Rucksack oder eine Tasche mit Produkten aus Prichsenstadt“, erklärt Tourismusleiterin Simone Kolb das Konzept, das am Stammtisch der Gewerbetreibenden ins Leben gerufen wurde. „Prichsenstadt hat so eine tolle Kulisse“, schwärmt Ina Keßler. In den letzten Wochen blieben die Gassen und Plätze allerdings weitgehend leer. „Wir wollen auch in diesen Corona-Zeiten wieder mehr Leben in die Stadt bringen“, erklärt sie die Zielsetzung.

Und so funktioniert's: Mindestens fünf Stunden vor der Abholung sollte der Picknick-Korb in einem der teilnehmenden Betriebe bestellt werden. Für manche Behältnisse wird ein Pfand erhoben, andere sind im Preis inbegriffen. Jeder Betrieb packt sein Picknick-Körble ganz individuell zusammen. Was in jedem Korb enthalten ist: Wein oder Prosecco plus eine Flasche Wasser, Gemüse oder Obst, Wurst und/oder Käse, Brot oder Baguette, Knabberzeug und ein kleiner süßer Abschluss. Eingebunden in das Konzept wurde auch der Schausteller Peter-Alexander Michel, der ganz besonders unter der Corona-Krise leidet, sind jegliche Festivitäten im Landkreis doch auf unbestimmte Zeit untersagt. Er steuert – auf Wunsch und Bestellung – eine Tüte mit frisch gebrannten Mandeln bei und freut sich auf Christi-Himmelfahrt: Da kann er einen Süßwarenstand am Prichsenstädter Marktplatz aufbauen.

Die Corona-Krise hat natürlich auch die Prichsenstädter Gastwirte und Weingüter hart getroffen. Alle größeren und kleineren Weinfeste fallen aus, bislang konnte keine Busgruppe begrüßt werden, die beliebten Nachtwächter-Rundgänge sind bis dato abgesagt worden. Über Essen „to go“ und Online-Weinbestellungen konnten zumindest ein paar Einnahmen erzielt werden. Von den normalen Frühjahrs-Umsätzen sind auch die Prichsenstädter Gewerbetreibenden weit entfernt.

Immerhin: Sie lassen sich etwas einfallen. Als beliebter Treffpunkt für die Einheimischen erwies sich in den letzten Wochen ein ganz besonderer Eisverkaufsstand. Auf einer Ape – einem dreirädrigen Gefährt – wurde das Eis unter die Leute gebracht. „Natürlich mit den bekannten Abstandsregeln“, versichert Kolb, die sich über die neue Aktion der Gewerbetreibenden freut und den Slogan, den Ina Keßler betont, nur unterstreichen kann: „Zusammen sind wir stark.“

Der Picknick-Korb kann ganz individuell eingesetzt werden. Bei einem kleinen Rundgang durch den mittelalterlichen Ort genauso wie bei einer Wanderung auf der Prichsenstadter Traumrunde. „Die Leute sollen wissen, dass sich ein Besuch nach Prichsenstadt immer lohnt“, sagt Hanna Bausewein. In dieser Woche werden die meisten Gasthäuser wieder ihre Pforten öffnen und – unter den strengen Corona-Auflagen – ihre Gäste bewirten. Vielleicht kehrt ja bald wieder so etwas wie Normalität ein. Auch dann soll es den Picknick-Korb „to go“ weiterhin geben. Das kreative Angebot ist langfristig angelegt.

Picknick-Körble

Diese Betriebe machen mit: Gasthof „Grüner Baum“, Dienstag bis Sonntag, Tel. 09383/1572; Gasthof und Weingut „Zum Storch“, Donnerstag bis Sonnntag, Tel. 09383/6587; Metzgerei und Weinbau Bausewein, Montag bis Samstag, Tel. 09383/447; Metzgerei Roppelt, Montag bis Samstag, Tel. 09383/1208; Winzerhof Keßler, Montag bis Sonntag, Tel. 09383/2610; Weinbau Kohles, Donnerstag bis Montag, Tel. 09383/1439 sowie Weingut Wagner, Montag bis Sonntag, Tel. 09383/6549.

Die Preise variieren zwischen 19 und 29 Euro – zuzüglich Pfand.