Preisgekrönte Oase der Ruhe
Autor: Ralf Dieter
Geiselwind, Dienstag, 16. Juni 2020
Sie wollten etwas Außergewöhnliches schaffen, etwas Unvergleichliches. Offenbar ist ihnen das gelungen. Ihr Ferienhaus ist erneut vom deutschen Tourismusverband mit fünf Sternen ausgezeichnet worden. Es gehört damit zu den besten in ganz Deutschland.
Sie wollten etwas Außergewöhnliches schaffen, etwas Unvergleichliches. Offenbar ist ihnen das gelungen. Ihr Ferienhaus ist erneut vom deutschen Tourismusverband mit fünf Sternen ausgezeichnet worden. Es gehört damit zu den besten in ganz Deutschland.
Uwe Tremml ist in Rehweiler aufgewachsen. Dass er dort mit seiner Frau Andrea und Tochter Anna-Lena einmal ein preisgekröntes Ferienhaus bauen würde, hätte er nie für möglich gehalten. Der Zufall spielte eine Rolle – falls es überhaupt so etwas wie einen Zufall gibt.
Einen alten Freund aus Fußballertagen hat er wieder getroffen, der lud ihn in sein Wochenendhaus in Rehweiler ein. Tremml, der mittlerweile in Geiselwind lebt, war begeistert von der absoluten Ruhe, der Natur. Als er hörte, dass das Nachbargrundstück zu verkaufen war, zögerte er nicht lange und nahm Kontakt auf. 4500 Quadratmeter, völlig eingewachsen, rund 50 Bäume und Sträucher, ein altes Häuschen, eine kilometerweite Aussicht in die Landschaft. „Ich war sofort hin und weg“, erinnert er sich. Als achter Bewerber auf der Liste machte er sich allerdings keine großen Hoffnungen. Wochen später der Anruf: Uwe Tremml war plötzlich Großgrundbesitzer. Was er mit dem Grundstück anfangen sollte, war ihm völlig schleierhaft. „Ich wusste nur, dass das eine einmalige Chance war“, erinnert er sich.
Vier Mal fünf Sterne
14 Jahre ist das her. Mittlerweile steht auf dem Grundstück ein Ferienhaus, das vier Mal in Folge mit fünf Sternen ausgezeichnet wurde. Mehr geht nicht. 2013 erhielt Uwe Tremml auf Nachfrage die Nachricht, dass sein Ferienhaus bei der Klassifizierung die höchste Punktzahl überhaupt erreicht hat – bundesweit. „Seither geben die Zertifizierer keine Rangliste mehr heraus“, berichtet er. Leicht vorstellbar, dass „Alea-Vita“ (eine Verbindung aus Anna-Lena und Vita, für Leben) nach wie vor auf dem Top-Rang steht. Die Punktezahl stieg von Bewertung zu Bewertung, liegt jetzt bei 1156. „Ab 900 Punkten erhält man fünf Sterne“, erklärt der selbstständige Produzent von Werbevideos, der nach der Schulzeit erst einmal eine Lehre als Kunstschmied absolviert hat. „Die beste Entscheidung meines Lebens“, sagt er.
Handwerklich ist Tremml vielseitig begabt. Und das hat ihm in all den Jahren geholfen. Nach und nach hat er das Feriendomizil ausgebaut und verfeinert, immer in Eigenregie. „Mal abgesehen von der Elektrizität.“ Erst kam das neue Ferienhaus, dann ein Schwimmteich mit gemauerter Außendusche. Durchmesser: zwei Meter, Gewicht: fünf Tonnen. Um den Whirlpool hat er einen Wintergarten mit Fußbodenheizung gebaut. Ein Farbkonzept stimmt den Innen- mit dem Außenbereich ab. „Drei Farben, die sich wiederholen“, erklärt der 59-Jährige. „Wir haben nur Naturfarben verwendet.“ Zwei Bäder und fünf Terrassen hat das Domizil, das für vier Personen ausgelegt ist. Der Preis variiert, je nach Jahreszeit. Richtwert: ab 150 Euro pro Nacht.
Und wie bringt man die Gäste nach Rehweiler? Uwe Tremml muss schmunzeln. „Das haben wir uns vor zwölf Jahren auch gefragt.“ Als Zielgruppe waren eigentlich Wanderer und Weinliebhaber angedacht. Schnell stellte sich heraus, dass vor allem Ruhe-Suchende kamen. Menschen, die dem alltäglichen Stress entfliehen wollen. Die Gäste sollen sich einlassen können – auf die Ruhe und Einsamkeit. „Auf eine andere geistige Ebene“, wie es der Familienvater ausdrückt. Das Konzept geht auf. Jede Menge Stammgäste aus ganz Deutschland begrüßen die Tremmls in Rehweiler. Viele buchen eine Woche, manche zwei oder gar drei Wochen. Im Gästebuch ist von einem „unbeschreiblichen Glücksgefühl“ zu lesen, oder von einem „wunderschön hergerichteten Fleckchen Erde in Gottes grandioser Schöpfung“.
Der persönliche Kontakt ist den Tremmls wichtig. Sie begrüßen die Gäste bei der Ankunft, sind allzeit telefonisch zu erreichen. „Wir werden gelegentlich von unseren Gästen zum Essen eingeladen“, erzählt Uwe Tremml und muss schmunzeln. An diesen Abenden sitzt er als Vermieter auf seinem Grundstück und bekommt immer wieder versichert, dass er etwas ganz Außergewöhnliches geschaffen hat.