Ein ganz wichtiger Arbeitsgrundsatz ist es, strukturiert zu arbeiten: von oben nach unten, von innen nach außen, von hinten nach vorn. Und zügig vorgehen, nicht trödeln. Schließlich soll man nach dem Putzen ja auch noch Zeit für sich selbst haben. Zeit, in der man die Freude über die erledigte Arbeit nachwirken lassen und sich ruhig auch selbst belohnen darf, wie Gabriele Schenk findet.
Wer seine Arbeit in kleinere Schritte einteilt und diese schriftlich fixiert – egal, ob auf Post-Its, Schmierzetteln oder einer ausgedruckten Liste – der hat einen weiteren Vorteil: Er kann häufiger einen Haken hinter eine erledigte Aufgabe setzen. „Das gibt ein gutes Gefühl.“
„Es ist wie ein innerer Zwang, jedes Jahr zur gleichen Zeit jede Ecke und Ritze von Grund auf penibelst zu reinigen. Es ist lästig wie befreiend gleichermaßen.“
Teilnehmerin des Studiengangs Hauswirtschaft
Gar kein gutes Gefühl hat man oft beim Blick auf die vielen Putzmittel in den Supermarkt- und Drogerieregalen sowie auf die vielen verschiedenen Lappen und Arbeitsgeräte, die überall angeboten werden. Was ist das richtige Mittel? Wie viel muss man nehmen? Wie sieht der richtige Schrubber aus? Es sollte gutes Reinigungsmaterial sein, sagt Gabriele Schenk und nimmt einen Schrubber zur Hand. Der Stiel reicht ihr gerade mal bis auf Brusthöhe. „Viel zu kurz“, sagt sie und hält die Hand an die Nase: „Er muss bis dahin reichen.“ Passen die Geräte nämlich ergonomisch nicht, wirkt sich das auf den Körper aus. Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Verspannungen in den Schultern können die Folge sein.
Bei Tüchern gilt es zu überlegen, was man putzt. Sind die Schlaufen der Mikrofasertücher zu groß, können sie auf glatten Flächen Kratzer verursachen. Lieber ein gutes Tuch als viele günstige, die nicht so gut sind, rät sie. Und zeigt auch gleich, wie man die ganze Fläche eines Putztuches nutzt: Nicht einfach irgendwie in die Hand nehmen und zusammenknüllen, sondern sauber falten. So hat man acht bis 16 Flächen, die man zur Reinigung nutzen kann, bevor das Tuch ausgewaschen werden muss.
Und Reinigungsmittel? „Man braucht ganz wenig“, erklärt die Fachfrau – und das bezieht sich sowohl auf die Zahl der Reiniger als auch auf die Menge, die man ins Wasser gibt. Häufig reichen ein paar Tropfen. Von Essigreinigern bei der Hausarbeit hält sie wenig: „Sie können das Chrom und die Geräte beschädigen und ihre Dämpfe sind gesundheitsschädlich.“ Essigreiniger und Essigessenz sollten deshalb durch Zitronenreiniger ersetzt werden. Beim normalen Putzen tut es oft Neutralseife, manchmal reichen ein paar Tropfen Spüli im Wasser. „Das spart Plastik.“
Stundenlang könnte man über die Hausarbeit reden, sie ist ein weites Feld. Das zeigt auch die Tatsache, dass in der Ausbildung zur Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung alleine 132 Stunden nur Haus- und Textilpraxis unterrichtet werden. Auch das Reinigen spielt dabei eine Rolle: „Wir probieren unterschiedliche Reiniger mit unterschiedlichen Geräten auf unterschiedlichen Materialien aus“, erklärt Gabriele Schenk. Für das Fensterputzen beim Frühjahrsputz hat sie noch einen kleinen Tipp: Ein paar Tropfen Klarspüler ins Wasser und nicht während des Sonnenscheins putzen. Dann haben Streifen und Schlieren keine Chance.
Ausbildung: Die Landwirtschaftsschule im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bietet eine Ausbildung zur Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung an. Die Fachschule findet in Teilzeitform statt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.aelf-kt.bayern.de und telefonisch unter 09321/3009-0.