Welche Veränderungen würden Sie gerne in den kommenden zwei Jahren anstoßen?
Glos: Mir ist es wichtig, dass es uns gelingt, eine soziale Anlaufstelle zu schaffen, gerade wenn ich an das Notwohngebiet denke. Viele Jahrzehnte hatte man das nicht im Fokus, weil man den Aussagen und Rahmenbedingungen Glauben schenkte, dass das so alles in Ordnung sei. Heute stellt man aber fest, dass es hier um mehr geht. Es geht darum, die Menschen in ihren Nöten nicht mehr alleine zu lassen, sondern sich um sie zu bemühen, ihnen den Weg neu zu bereiten, weg vom Rand der Gesellschaft. Gerade uns war es wichtig und wir hatten da auch einen Antrag (Anfang 2017) gestellt, soziale Strukturen in unserer Stadt zu schaffen, denn es gibt für diesen Bereich keinen namentlichen Ansprechpartner. Dem konnte der Stadtrat leider nicht folgen. Aber wir blicken nicht zurück, zumindest für das Notwohngebiet ist man mit dem nun entschiedenen Einsatz von Sozialarbeitern auf einem positiven Weg.
Auch aus Integrationsgedanken heraus ist es mir als Referentin wichtig, dass wir Anlaufstellen schaffen, um die Menschen zu unterstützen. Ganz oben auf der Integrationsagenda steht ein so genanntes Bürgerhaus, bei dem die Schwellenangst nicht gegeben ist, die ein Amt, sei es Landratsamt oder Stadtverwaltung, ausstrahlt. Was uns weiterhin gelingen muss und da sehe ich unser Hauptaugenmerk, das ist der soziale Wohnungsbau. Es muss möglich sein, Wohnungen vorzuhalten, die für alle bezahlbar sind und gerade auch für junge Familien. Einige Städte und Gemeinden haben es vorgemacht, wie man durch staatliche Fördermittel günstig in sozialen Wohnungsbau investieren kann, hier wünschen wir uns ein Mehr.
Welches Projekt war das wichtigste in der bisherigen Legislaturperiode?
Glos: Die Investition in Kindergärten, um den Nachfragen, die sich seit langem abgezeichnet haben und von uns immer wieder ins Gespräch gebracht wurden, gerecht zu werden. Und der Neubau der Sporthalle direkt an der St.-Hedwig-Grundschule, denn damit ist es gelungen, durch die Schaffung von zusätzlichem Raum den Schulstandort zu stärken und nachhaltig zu stützen. Mit dem Offenen Ganztag, der damit ermöglicht wird, ist die Schule gut für die Zukunft aufgestellt.
Welches Thema ist bislang noch nicht ausreichend gewürdigt worden?
Glos: Für mich ist es das Sanierungsgebiet Innenstadt, das wir im Stadtrat seit vier Jahren ins Gespräch bringen und beauftragt haben und das noch immer nicht fertig vorliegt. So lange wir keinen Umgriff haben, keine Idee, was wir in der Innenstadt an exponierten Räumen gestalten möchten, so lange können wir uns auch nicht auf eine „Stadtentwicklungsreise“ begeben, um Kitzingen im Jahre 2035 zu denken.
Wie beurteilen Sie das Miteinander im Stadtrat?
Glos: Nun, der Umgang untereinander ist harmonischer geworden. Eine Begegnung auf Augenhöhe. Zumal auch jedem klar ist, dass wir nur gemeinsam zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger etwas erreichen.
Wie sehen Sie die Zukunft des städtischen Museums?
Glos: Wenn es unter der Leitung von Frau Falkenstein den modernen Anforderungen angepasst wird, sehe ich die große Chance, das städtische Museum für die Zukunft fein aufzustellen und auch für zukünftige Besucher attraktiv zu gestalten.
Welche Schulnot geben Sie OB Siegfried Müller und warum diese?
Glos: Was soll ich bewerten? Den Umgang mit dem Stadtrat? Die Entwicklung Kitzingens? Mir persönlich gegenüber würde ich die Note‘ gut‘ geben wollen. Bei Gesprächen mit Investoren, Bauwerbern und Bürgern bin ich nicht dabei, das kann ich nicht bewerten. Ich denke, der Kitzinger hat da sein eigenes Bild.
Welches ist ihr Lieblingsort in Kitzingen?
Glos: Mein Lieblingsplatz in Kitzingen ist der Stadtbalkon mit seinen tollen Bänken zum Verweilen. Leider schaffe ich das viel zu wenig, mich dort aufzuhalten.