Es ist ein Trend und der ist längst in Kitzingen angekommen. Alte Dinge werden nicht gleich weggeworfen, sondern wiederverwendet, einer neuen Form zugeführt. Und defekte Alltagsgegenstände werden ehrenamtlich repariert – in einer angenehmen Atmosphäre.

Bianca Tröge lädt an diesem Freitag und Samstag wieder zum Repaircafé in die Kaiserstraße 34 ein. Die Anregung hatte sie aus Volkach bekommen, wo der Bund Naturschutz ein solches Angebot vor Jahren erfolgreich einführte. Die Fachlehrerin für Handarbeit und Hauswirtschaft hat die Idee aufgegriffen und weiterentwickelt.

Reparieren statt wegwerfen: Die Börse für gute Tipps

Vor Corona hatte sie zum ersten Mal zu einem Repaircafé eingeladen. „Die Resonanz war gut“, erinnert sie sich. Interessenten brachten ihre kaputten Toaster, Nähmaschinen, Kaffeemaschinen und andere Gegenstände des täglichen Gebrauchs mit und freuten sich über die ehrenamtlichen Reparateure, die sich der Sache annahmen.

Nach der zwangsmäßigen Corona-Pause startet Tröge an diesem Wochenende einen neuen Anlauf. Am Freitag und Samstag wird an drei Tischen wieder repariert, montiert und gefachsimpelt. Denn das ist ein schöner Nebeneffekt der Veranstaltung: Menschen kommen miteinander in Kontakt, tauschen sich über ihre Erfahrungen aus und haben vielleicht selbst einen nützlichen Tipp, wie sich Schäden an den Haushaltsgeräten vermeiden lassen und wie lieb gewonnene Gegenstände wieder repariert werden können. Die Wartezeit wird bei Kaffee und Kuchen überbrückt.

Im Halbstundentakt nehmen sich Bianca Tröge und ihre Helfer der kaputten Mixer oder zerrissenen Hosen an. „Wir schauen uns alles an, was problemlos hertransportiert werden kann“, sagt Tröge. Mit Ausnahme von Puppen, für die es extra „Puppendoktoren“ gibt. Waschmaschinen und Trockner werden im Repaircafé also nicht angenommen, Fahrräder oder Kabeltrommeln schon. Die Erfolgsquote lag bislang bei rund 80 Prozent. Die anderen 20 Prozent verließen das Repaircafé trotzdem mit einem guten Gefühl. „Sie konnten ihr Gerät danach ohne schlechtes Gefühl wegwerfen“, erklärt Tröge.

Selbstgemachte und originelle Taschen

Nach der Corona bedingten Zwangspause will sie das Angebot jetzt wieder regelmäßig unterbreiten. Am 18. September und 6. November sind bereits weitere Termine in ihrem Kreativcafé vorgesehen. Das Repaircafé soll auf Wunsch auch mobil werden und in Gemeindehäusern im Landkreis über die Bühne gehen. „In Albertshofen waren wir schon mal.

Das Angebot kam sehr gut an“, erinnert sich Bianca Tröge, die immer wieder auf der Suche nach Materialien ist, aus denen sie neue Dinge herstellt. Vom Kitzinger Fotografen Hans Will hat sie Bilder seiner Ausstellung „Kitzingen im Fokus“ bekommen, die vor ein paar Jahren im Stadtmuseum gezeigt worden war. „Daraus lassen sich originelle Taschen nähen“, sagt sie. Aus Werbeprospekten macht sie Umschläge, aus Kalenderblättern Tüten, aus alten Jeans trendige Taschen und die Säckchen, in den Obst und Gemüse beim Einkauf platziert werden können, waren früher Gardinen. „Einfach ausprobieren“, rät Bianca Tröge. Allemal besser als wegschmeißen.

Repaircafé

  • Termine: Freitag, 30. Juli, von 16 bis 19 Uhr und Samstag, 31. Juli, von 13 bis 16 Uhr.
  • Anmeldung unter Telefonnummer 09321/25307. Ein spontanes Kommen ist auch möglich, die Wartezeiten sind dann eventuell länger.
  • Kosten: Keine, eine Spendenbox ist aufgebaut. Das Geld kommt einem guten Zweck in der Region zugute.
  • Gesucht: Helfer, die sich als Reparateure versuchen wollen, um das ehrenamtliche Team zu unterstützen.